Eigentlich wollte ich heute um diese Uhrzeit in Lorsbach im schönen Taunus 20 km durch den Wald laufen. Aber…

Wie ich schon bei meinem Bericht über den Frankfurter Silvesterlauf geschrieben habe, habe ich seit kurz vor Weihnachten eine Zerrung in der rechten Wade. Eigentlich sollte das kein grosses Thema sein, ein paar Tage Ruhe und dann behutsam wieder angefangen.

Das ging auch soweit ganz gut in der ersten Januar Woche war ich guter Stimmung und Sonntags beim Lauftreff bin ich trotz 2°C mit 3/4 Hosen gelaufen. Sportskamerat Gerharf hat sogar mit dem iPhone ein Bild gemacht, allerdings es noch nicht rüber gemailt.

Dann fing das Drama eigentlich erst richtig an. Am darauffolgenden Dienstag bin ich abends auf meine 10km Runde gegangen. Nach ca. 1 km habe ich wieder ein Ziehen in der linken Wade gespürt und habe meinen Lauf abgebrochen und bin nach Hause gehumpelt.

Naja, war dann doch ein Wenig früh und noch nicht ganz ausgeheilt, habe ich mir gedacht und habe mir dann eine 10 tägige Pause verordnet.  Um nicht ganz aus der Übung zu kommen, bin ich dann ins Schwimmbad gegangen und die Wade hat mehr als 20 Bahnen (1000m) gehalten ohne weh zu tun.

Letzten Sonntag hat auch nichts mehr gezwickt und ich war guter Dinge eine kleine Laufrunde absolvieren zu können. Doch Pustekuchen, nach kurzer Strecke kamen die Schmerzen wieder.

Langsam bin ich richtig genervt das es nicht besser wird und hoffe, dass nach einer weiteren Woche Schonung das Training weitergehen kann.

Der Silvesterlauf an und für sich ist ja jetzt nicht die Veranstaltung für Bestleistungen, obwohl die Zeiten der Eliteläufer trotz der Witterungsbedingungen sehr erstaunlich sind.

Ich so als Freizeitjogger nehme das erher als Spaßveranstaltung am Ende des Jahres. In den letzten beiden Jahren allerdings, wegen der Schneeauflage des Geläufs unter erschwerten Bedingungen.

Das Training in den letzten Wochen hat wegen der durchgehenden Schneedecke erheblich an Spaß eingebüßt und am Tag vor Weihnachten habe ich mir auf den matschigen und ruschigen Feldwegen eine Wadenzerrung zugezogen. Eine Woche Laufpause sollte nach meiner Meinung genug sein und ein Test am Donnerstag war ganz positiv.

Also bin ich mit der S-Bahn nach Frankfurt zu Wintersporthalle an der Commerzbank-Arena gedüst. Die Temperatur war eigentlich ganz angenehm mit -1°, aber so hartgesotten wie die Spitzenläufer bin ich dann doch nicht und habe lang angezogen. Es war niederschlagsfrei, wenn auch etwas neblig als um 12:00 das Elitefeld auf die Strecke ging. Die Freizeitläufen gingen dann in 3 Startgruppen, je nach Einschätzung der eigenen Zeilzeit auf die Strecke.

Ich hatte mir eine Zeit so um 55 Minuten erhofft, ein bischen Zugabe wegen des Schnees war da schon eingerechtet, aber auch das Wissen, dass ich in den letzen Wochen im Training mich mit den Tempoeinheiten zurückgehalten habe.

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Type: Run – General
Duration: 0:58:43
Distance: 10.01 km

Der erste Kilometer der Strecke verläuft auf der Flughafenstrasse entlang der Bahngleise. Die Strasse war schneefrei und ließ sich gut laufen. Danach kommt eine Unterführung und das Läuferfeld bewegt sich auf Waldwegen ebenfalls an den Bahngleisen entlang bis km 4. Die Wege waren schneebedeckt ließen sich aber gut laufen, wenn man nicht unbedingt jemanden überholen wollte, denn dann mußte man in den tieferen lockeren Schnee und da wurde es dann schwierig. Bei km 4 biegt die Strecke nach rechts ab und unterquert zunächst die Bahngleise um anschließend in einem Bogen weitere Schienen zu überqueren. In diesem Rechtsknick waren einige Eisstellen versteckt, die mich fast zum Straucheln gebracht hätten. Tempomäßig war ich allerdings nicht mehr so ganz im Plan. Ich konnte nur noch eine Pace von 5:40 bis 5:5 gehen.

Am meisten hat mich an dieser Stelle allerdings ein Pärchen genrevt, das sich an einer Tour unterhalten hat. Die hätten gut und gerne 5 min schneller sein können, wenn die sich nicht gegenseitig zugetextet hätten.

Die Laufstecke führt dann durch den Wald Richtung Friedhof Goldstein und zurück an der Straßenbahn zur Unterführung der Autobahn in Niederrad. Auf dieser Strecke ist es mir, dann passiert, dass ich mit dem rechten Bein wider so ungeschickt aufgekommen bin, dass meine Zerrung wieder zu spüren war. Von da an war die Zeitvorgabe ohnehin nicht mehr zu halten, ich war froh, dass ich eine Pace von 6:20 geschafft haben und die Schmerzen wurden immer mehr. Bei km 7,8 ist auf der Strecke ein kleiner Hügel (ca. 10-20 m lang und ca. 3-4 m hoch). Hier mußte ich sogar eine kleine Gehpause einlegen. Ich war froh, dass ich nach 9km wieder auf die Flughafenstrasse einbiegen konnte. Allerdings haben hunderte von Läuferfüßen die ehemals freie Straße in eine Matschpiste verwandelt haben, die dann auch nicht mehr gut zu laufen war. Nach offiziell 58:49 bin ich dann durchs Ziel, jetzt nur noch duschen und ‘ne Wurst und ein Bier, waren die ersten Gedanken.

Das habe ich mir dann auch nicht nehmen lassen und außerdem bei Frankfurter Laufshop ein Paar “Yaktrax Pro” Schneeketten für Läufer erstanden. Ich werde sie, wenn das Zwicken in der Waden abgeklungen ist ausgiebig testen und an dieser Stelle davon berichten.