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Type: Run – General
Duration: 2:47:57
Distance: 28.31 km

Die Uhren wurden heute Nacht auf Sommerzeit umgestellt, die Temperaturen tendieren in der Mittagszeit schon mal zweistellig, es riecht nach Frühling in Deutschland. Hinzu kommt noch der Auftrag an das hessische Wahlvolk neue Gemeindeparlamente zu wählen.

Die Umstellung auf Sommerszeit hat es auch mit sich gebracht, dass ich um 9:00 und nicht wie geplant um 8:00 zu meinem langen Lauf aufgebrochen bin. Also eingentlich dann doch um 8:00, wenn man bei der Winterzeit bleibt…

Mit einem kleinen Abstecher zum Wahllokal, um die in Wiesbaden notwendigen 81 Stimmen abzugeben, ging es über die Reithalle am Goldacker durch das Wäschbachtal nach Erbenheim. Zu morgendlicher Stunde und bedecktem Himmel war es doch einigermaßen frisch als ich am Bürgerhaus über die Eisenbahnbrücke der Ländchesbahn lief. Kurze Zeit später folgte die Unterführung der A66 nach einer Laufstrecke von ca. 6km. Dieser Streckenabschnitt ist für ca. 500m etwas heikel, da man auf einer offiziellen Straße ohne Gehweg läuft. Anschließend geht es weiter durch die Felder südlich von Erbenheim vorbei an der US Army Airbase und der Domäne Mechthildshausen.

Da die Laufstrecke hier fast ständig ein leichtes Gefälle aufweist, konnte ich mit einer Pace von 5:40 min/km einen recht “schnellen Schritt” anschlagen. Bei Kilometer 10 gibt es dann doche eine leichte Steigung für die Überführung der A671. Auf dem folgenden Streckenabschnitt nach Mainz-Kostheim bemerkt man doch, dass auf Grund der tieferen Lage der Frühling schon eher ausgebrochen ist. Die ersten Bäume und Sträucher stehen in voller Blüte bzw. zeigen ihr neues Blätterkleid. Vorbei an den Kostheimer Weinstöcken führt die Strecke über einen Bahnübergang durch eine Reihenhaussiedlung, wo mir aus allen Ecken der Duft von Sonntagsbraten in die Nase stieg (und das wo ich bis Ostern kein Fleisch esse!).

Die Laufstrecke triff am Ende der Straße auf eine sehr nervige Bahnüberführung an dessen anderem Ende eine noch nervigere Baustellenampel steht. Nach einer unfreiwilligen Pause vor roter Ampel komme ich bei Kilometer 14 an’s Mainufer. Der Schritt ist locker, doch die Pace hat sich, da es nicht mehr ständig abwärts geht auf 5:50 min/km verlangsamt.

Über die Maaraue und der Kasteller Strand ging es kurz vor der Amöneburger Eisenbahnbrücke zurück Richtung Heimat. Der Weg führte vorbei an der Ruthof-Kaserne und dem Gewerbegebiet Petersweg Richtung Erbenheim. Hier musste ich nun das Gefälle, das mir vor ca. 10km einen “schnellen Schritt” beschert hat, in Form einer Steigung in die andere Richtung bewältigen. Alles in Allem ist die Steigung am “Unteren Zwerchweg” nicht allzu steil, so dass ich meine Pace mit 6:10-6:20 nur geringfügig verlangsammen mußte. Hier beginnt allerdings für ca. 4km der unatraktivste Teil der Laufstrecke. Auf der linken Seite befinden sich einige unansehliche Steinbrüche und auf der rechten Seite ist freies Feld. Nach Überquerung der ICE-Trasse nach Wiesbaden und der Unterquerung der A66 geht es am Erbenheimer Campus der Europaschule vorbei nach Bierstadt. An der Europaschule merkt man, dass die Schüler in den Abiturprüfungen stecken. In den letzten Jahren haben sich die Montivationstransparente für die Abiturienten eingebürgert, von denen der Eingangsbereich der Europaschule regelrecht verstellt wird.

Nach ca. 2:50 h bin ich am Sportplatz angekommen. Die Strecke war mit 28,3 km etwas länger und mit einer Pace von 5:55 min/km war ich auch etwas schneller als geplant. Alles in allem ist damit der erste Teil der Marathonvorbereitung für Hamburg abgeschlossen. Es folgt nächste Woche eine Regenerationsphase mit dem “Leistungstest” beim Prag Halbmarathon. In den folgenden 7 Wochen bis Hamburg hab’ ich auch noch einiges an Training vor mir. Ich freue mich aber jetzt auf den Ausflug nach Prag, denn das Wetter soll, aller Voraussicht nacht, recht gut werden und ich erhoffe mir eine Zeit so um 1:55 h. Am Donnerstag geht’s los *hibbel*

Ja, ganz genau stimmt das jetzt nicht, aber am Dienstag habe ich keine Zeit zum bloggen und der letzte Monat muss verarbeitet werden.

Was vor einem Monat noch verzagt und änstlich geklungen hat, ist nun einer gewissen Zuversicht und gespannter Erwartung gewichen. Besonders hervorzu heben ist, dass sich nach meinem letzten Blog-Post Frank spontan gemeldet hat, um mich beim Hamburg Marathon zu begleiten.

Das Training läuft in letzter Zeit wie am Schnürchen, auch wenn die großen Anstrengungen mit langen Läufen noch vor mir liegen. Ich habe das Glück mit Christina eine Kollegin zu haben, die Laufsport auf einem recht ambitionierten Niveau betreibt und Freude daran hat für Amateure wie mich Trainingspläne zu schreiben. Das hat den Vorteil, dass diese Trainingspläne sehr individuell, aber auch ein Stück weit härter sind als die Trainingspläne, die so im Internet frei verfügbar sind oder in Büchern von Steffny o.ä. für meine Leistungsklasse zu finden sind. So sind in den letzten Wochen trotz Wettkampfziel Marathon einige Intervalleinheiten im 10er-Renntempo dabei. Ich bin danach zwar immer “mega-platt”, aber glücklich.

Als kleiner Formcheck sollte Anfang des Monats der CeBIT-Run dienen. Da ich mich der Aufgabe als Standbesatzung auf dem Stand meines Arbeitgebers nicht entziehen konnte, habe ich den CeBIT-Run genutzt schon einmal ein wenig die Form zu überprüfen. Nun ja, das angestrebte Ziel die 14km unter 75 min. zu schaffen, habe ich knapp nicht erreicht (1:16:42), aber angesichts des winklingen Kurses durch miefige Messehallen mit anschließendem Kälteschock von +20° auf -2° bzw. umgekehrt, waren eine neue Erfahrung für mich. Im Übringen sind wir (meine Kollegen und ich) in der Mannschaftswertung Vierter geworden.

In zwei Wochen geht es nach Prag zum Halbmarathon. Ich bin schon ganz gespannt. Ich war zuletzt vor 5 Jahren in Prag etwa zur gleichen Jahreszeit und habe die Erfahrung gemacht, dass es dort sehr kalt sein kann. Nach den jetzigen Vorhersagen sieht es aber eher nach frühligshaften Temperaturen aus. Ich hoffe mal, dass es so eintrifft und freue mich auf einen schönen Läuf durch die goldene Stadt an der Molau. Die Strecke sieht recht schnell aus und geht zum großen Teil an den Ufern der Moldau entlang. Steigungen sind nur bei den Brücken zu erwarten. Ab Kilometer 16 geht es für ca. 3km schnurgerade durch ein Industriegebiet. Das könnte so der motivatorische Knackpunkt der Strecke sein. Ich hoffe in diesem Streckenabschnitt ist genügend Publikum. Als Ziel habe ich mir eine Zeit um 1:56 vorgenommen. Ich weiss nicht, ob es jetzt schon schneller geht. Ich werde auf jeden Fall berichten.