Hamburg Marathon 2011


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Type: Run – General
Duration: 4:04:40
Distance: 42.54 km

Es ist der 22.Mai 2011 um 8:30 und ich stehe bei strahlendem Sonnenschein in der Startaufstellung für den Hamburg Marathon. Hätte mir das vor fünf Jahren jemand das gesagt, ich hätte ihn für verrückt erklärt. Besonders, wenn er hinzugefügt hätte, dass ich knapp fünf Stunden später und nach 42km Wegstrecke im Ziel bin. Denn zu dieser Zeit hatte ich noch das Motto: “No Sports!” – wie sich Zeiten und Einstellungen ändern können.

vor dem Start

Doch nun der Reihe nach. Ich stehe im Startblock I und halte gespannt Ausschau nach Heiko (@bartlog) vom #twitterlauftreff. Er hatte sich Tags zuvor angeboten mich beimeinem Marathon-Debut zu begleiten. Leider hatten wir nicht den gleichen Startblock, so dass die Absprache war, wenn wir uns am Start nicht sehen sollten, ich ihn am rechte Streckerand laufend einholen könne.

Meine Nervosität war dann doch so groß, dass ich noch etwas in die Dixi-Klos bringen musste, bevor der Startschuß fiel (in Hamburg traditionell kein Schuß, sondern das Läuten einer Schiffsglocke). Die Sonnenstrahlen auf der Schulter waren schon fast unangenehm, so warm war es zu dieser Zeit. Als dann endlich mein Startblock auf die Reise geschickt wurde, habe ich mich zunächst von der Euphorie tragen lassen und bin zu schnell angegangen. Der Blick auf meine Garmin-Uhr nach den ersten 500m, zeigte eine Pace von 5:05 min/km. Das war eindeutig über meiner angepeilten Pace von 5:51 min/km. Ich hatte mir ausgerechnet (bzw. rechnen lassen), dass ich mit dieser Pace und einer langsamen Steigerung im zweiten Teil auf einer Endzeit von 4:05 landen würde.

Auf dem Weg zur Startlinie (Reeperbahn)

Ich musste mich dann langsam wieder einfangen, um auf die geplante Pace zurück zu kommen. Das abbremsen wurde dadurch “erleichtert”, dass ich kurzzeitig an der rechten Schienbeinaußenseite verkrampfte. Das ist mir in den vergangenen 900 Trainingskilometern nicht einmal passiert und jetzt das! Nach 2km bin ich dann zu Heiko aufgeschlossen, den fröhlich mit seinem Handy die Stimmung an der Strecke einfing. Ich hatte ebenfalls eine Kamera mit, um einen ersten Marathon zu dokumentieren. In den folgenden ca. 10 km ließ sich Heiko öfters zurückfallen oder lief einige Meter nach vorne, um an der Strecke zu fotografieren. Das imponierte mir als Neuling schon sehr, da ich von meinen Halbmarathonstarts wußte, wie anstrengend es ist, immer abzubremsen und neu Fahrt aufzunehemen.

auf der Elbchaussee

Nach der ersten Wasserstelle bei km 5 war dann auch die Verkrampfung im rechten Schienbein gelockert und ich konnte ein konstantes Tempo angehen. Die Strecke auf der Elbchaussee ist auch besonders angenehm, weil durch die hohen Bäume sowohl schattig, als auch windgeschützt ist. Kurz von km 10 erreicht das Läuferfeld den Fischmarkt. Von hier bis zu den Landungsbrücken ist eine super Stimmung, die Zuschauer stehen in mehreren Reihen an der Strecke. Meine 10km Zwischenzeit lag mit 0:58:11 im Bereich meiner Vorgaben.

Der König von St. Pauli

Kurz vor dem Wallingtunnel in der Nähe des Hauptbahnhofs haben dann Heiko und ich den Zeitläufer für 4:15 überholt, allerdings hatte dieser schon seinen Luftballon verloren, so dass nur an dem Aufdruck auf seinen Kompressionsstrümpfen zu erkennen war, welche Zeit er läuft. Den folgenden Streckenabschnitt zwischen Jungfernstieg und Schöne Aussicht fand ich besonders angenehm. Die Strecke war breit genug und nicht allzu kurvig, man konnte es gut “rollen” lassen.

Sektfrühstück bei Hamburg Marathon (Schöne Aussicht)

Besonders cool sind die Zuschauer hier im Bereich dieses Nobelviertels an der Außenalster, stilvoll betrachtet man das Laufspektakel beim Sektfrühstück am Streckenrand. Auf den nächsten 3 km bis zur Halbmarathondistanz wurde die Hitze doch unangenehm, obwohl ich sie jetzt besser wegstecken konnte als vor 6 Wochen beim Prag Halbmarathon. Meine Halbmarathonzeit lag bei 2:00:30 und somit ca. 2 1/2 Minuten schneller als veranschlagt.

grelle Farben

Ab km 22 geht es am Stadtpark vorbei und an der U-Bahn Station “Saarlandstrasse” ging richtig die Post ab. Trotz des Pushes durch die Zuschauer merkte ich allerdings, dass ich so langsam an einen “toten Punkt” komme. Ideale Gelegenheit einen meiner Gelpacks zu knacken. Ein, zwei Kilometer später war der Hänger auch überwunden und ich konnte mein bisheriges Tempo wieder aufnehmen. Was auch dringend notwendig war, denn ca. ab km 25 verläuft die Streck durch ein etwas ödes Büroviertel. Der Zuschauerzuspruch hier ist erheblich geringer und das Laufen auf den schattenfreien Strassen bei Temperaturen von mittlerweile ca. 26° C wurde langsam anstrengend.

Da traf es sich gut, dass der Streckenverlauf ab km 28 in der Nähe der Alster durch eine parkähnliche Gegend führt, in der die hohen Bäume reichlich Schatten spendeten. Und dann am nördlichsten Punkt der Strecke folgt der absolute Hammer! An der U-Bahn-Station “Ohlsdorf” standen die Zuschauer dicht gedrängt an der Strecke und das Dröhnen der Sambatrommeln riß einen förmlich mit: Ein “geiles Erlebnis”!

geile Stimmung (Am Hasenberge/Ohlsdorf)

So schnell die Euphorie gekommen war, so schnell war sie auch wieder weg, denn ich befürchtete die Begegnung des “Manns mit dem Hammer” je näher ich km 35 kam. Also noch schnell das zweite Gelpack eingeworfen, um die Begegnug noch etwas hinauszuzögern. Die Strecke wurde wieder etwas eintöniger, wenn auch etwas abschüssiger. Heiko, der mich die ganze Zeit begleitete, hatte allerdings seit ca. 10km seine Fotosession abgebrochen, da sein Handy einen Wasserschaden hatte. Eine seiner Andeutungen habe ich dann so verstanden, dass ihm der Lauf mittlerweile auch keinen Spaß mehr macht und er sich erheblich quälen musste.

Im Streckenabschnitt zwischen “Eppendorfer Baum” und “Klosterstern” war wieder absolutes Gänsehautfeeling angesagt. Trotz langsam weicher werdender Beine, wird man durch die zahlreichen Zuschauer und die tolle Musik von NDR 90,3 nach vorne getrieben. Das ist auch bitter nötig, denn der kleine Anstieg nach der Wasserstelle und der Einmüdung zur Rothenbaumchaussee ist nach 37,5 km in den Beinen doch schon einigermaßen hart. An dieser Stelle habe ich dann auch irgendwie Heiko verloren.

Im Ziel (Glacischausee)

In gespannter Erwartung, irgendwo am Rande der Strecke @VictoriaHamburg zu sehen, die ich tags zuvor kennengelernt habe, lief ich die Rothebaumchaussee hinunter. Ich könnte sie leider nicht am Streckenrand ausmachen, was mir in diesem Moment dann auch wieder ziemlich zweitrangig war, da mein Magen anfing zu rebellieren. Auf den folgenden 1,5 km musste ich mich eher darauf konzentrieren mich nicht zu übergeben als Zuschauer am Streckenrand zu identifizieren. Mit einer kurzen Gepause genau vor meinem Hotel bei km 40,5 ging dann auch die Übelkeit soweit weg, dass ich die verbleibenden 1,7 km gut hinter mich gebracht habe. Nach 4:04:39 habe ich dann glücklich und erschöpft den Zielstrich in der Glacischaussee überquert. Das war ein so tolles Erlebnis, dass es bestimmt nicht mein letzer Marathon gewesen sein wird.

noch 195 Meter zum Ziel

Bilder Galerie “Hamburg Marathon 2011″


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Type: Run – General
Duration: 3:31:25
Distance: 31.09 km

Die letzte Woche vor dem Marathon wollte ich ruhig angehen lassen und habe mir vorsorglich Urlaub genommen. Aber um zu Hause die Beine hoch zu legen, bin ich doch etwas zu aktiv und ich entschied mich dazu die Zeit mit einem Besuch des Ruhrgebiets zu nutzen. Ich habe eine kleine Affinität für die Gegend und war bereits im letzten Jahr zur Ruhr2010 – Kulturhauptstadt Europa in Essen. Zu dieser Zeit habe ich Gerd (@BRGerd) von den Borbecker Raketen kennengelernt. Ich habe ja hier im Blog die Suche nach einer Begleitung für einen langen Lauf gestartet. Gerd hat sich kurze Zeit später gemeldet und mir angeboten, an einem “Longjog” mit Start an der Zeche Zollverein teilzunehmen.

Ruhrmuseum Zeche Zollverein

Treffpunkt war der orange Aufzug zum Ruhrmuseum an der Zeche Zollverein. Die Strecke führt zunächst in östliche Richtung zum Gelsenkirchener Stadtteil Ückendorf vorbei an der Halde Rheinelbe, einem der Aussichtspunkte der Route der Industriekultur. Am Fuße der Halde befindet sich der Skulpturenwald der Küstlers Herman Prigann, den wird ebenfalls passieren.

Skulpturenwald an der Halde Rheinelbe

In gemütlichem Lauftempo von 6:30 bis 6:40 min/km erreichen meine Begleiter und ich die “wilden Tiere”. Es geht vor bei an der Zoom Erlebniswelt Gelsenkirchen, bevor wir am Ufer des Rhein-Herne-Kanals wieder in westliche Richtung einschwenken. Bis hierher haben wir die Hälfte der Strecke absoviert.

Brücke über den Rhein-Herne-Kanal

In der Ferne zeichtet sich jetzt das weithin sichtbare Gebäude der Zeche Nordstern ab. Die Zeche Nordstern und das umliegende Gelände wurde nach der Stillegung des Bergbaus in einen Landschaftspark umgewandelt, in dem 1997 die Bundesgartenschau stattfand. Das Zechengebäude wurde im letzten Jahr durch einen Glaskubus aufgestockt und mit einer blauhaarigen Herkules-Figur “gekrönt”.

Zeche Nordstern mit Herkules

Zurück ging es über sehr gut ausgebaute Radwege Richtung Kathernberg und einem kleinen Abstecher zur Kokerei Zollverein, zu unserem Ausgangspunkt vor dem Ruhrmuseum. Hier bestand dann auch die Gelegenheit sich am Imbiss-Stand stärken. Ich habe da die Apfelschorle bevorzugt, Gerd brauchte eine Portion Pommes.

An dieser Stelle wollte ich mich noch einmal bei Gerd und den anderen Borbecker Raketen für die angenehme Begleitung in den 3 1/2 Stunden bedanken. Außerdem wünsche ich Ulrike viel Erfolg beim Stockholm Marathon und dem Sportskameraden im blauen Shirt, dessen Name ich vergessen habe (Gerd hilf mir mal), alles Gute bei seinem Marathon-Debut in Duisburg beim Rhein-Ruhr-Marathon.  Ich hab’ leider auch vergessen für welchen Lauf sich Tobias vorbereitet hat, aber nochmal Danke für’s Mitnehmen an den Bahnhof. Wer Gerd im RL erleben will, läuft eben falls beim Rhein-Ruhr-Marathon in Duisburg mit und folgt ihm als Zeitläufer für 4:45 (glaube ich?)!

Zurück mit den Borbecker Raketen an der Zeche Zollverein


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Type: Run – General
Duration: 3:39:36
Distance: 35.14 km

In den letzten 2 Wochen hatte ich wegen diverser Verpflichtungen einfach keine Lust für ein Blog-Update. Heute muss es, trotz gedrängtem Terminplan, sein. Auch wenn es nur ein kurzes Blitzlicht wird.

Heute stand der längste Lauf meines Trainingsplans auf dem Programm (30km) und ich hatte mich dazu entschieden noch ein paar Höhenmeter dazuzufügen. Die Strecke führte zunächst zum Kurhaus und über die Taunusstrasse ins Nerotal, wo ich bei Kilometer 7,5km die Nerobergbahn unterquerte. Es folgt ein Anstieg von 10km durch die frühlingshaften Wälder des Taunus bis zum Jagdschloss Platte auf 500m ü.N.N.

Von hier geht es noch ca. 2km bergauf Richtung Taunusstein-Engenhahn, bevor ich auf dem Rhein-Höhen-Weg Richtung Kellerskopf abbiege. Hier liegt nach ca. 500m auch die höchste Stelle der Strecke mit 550m ü.N.N. Anschließend geht es, am Kellerskopf und Naurod-Erbsenacker vorbei, stetig bergab zu den Obstwiesen bei Kloppenheim.

Hier habe ich dann Kilometer 30 erreicht und ein paar Schlenker und Umwege ergeben, dass ich bei 35km am Sportplatz mit meinem Trainingslauf fertig bin.

So und jetzt sind es noch 2 Wochen bis Hamburg. Die Vorfreude wird größer. Ich habe nächste Woche noch einen langen Lauf vor, vielleicht kann ich den ja mit den Borbecker Raketen vor der Zeche Zollverein in Essen starten, @BRGerd hatte sowas getwittert. Wenn’s nicht klappt, laufe ich von Witten aus um den Kemnader See, das sind auch ca. 30km. Auf jeden Fall, kanns am Training nicht liegen, wenn Hamburg nicht klappt. Ich habe aber keine Bedenken, das da was schief läuft.

Zu guter Letzt noch ein Update von meinem Abnehmprojekt: An der Zielmarke vom 1. Mai bin ich mit 77,2kg knapp vorbei geschrammt. In der letzten Woche ist es dann doch wieder etwas mehr geworden, da ich bei einer auswärtigen Schulung exzellent Verpflegt worden bin. Also: Auf zum zweiten Teil des Projekts 72 bis Oktober müssen noch 5kg runter.