Um 4.00 Uhr aufstehen ist schon ziemlich hart, aber was danach kommt ist noch viel härter. Ich hatte mich für den Nürburgringlauf angemeldet und das heißt zunächst früh aufstehen. Als ich am Ring ankam waren es 11° und der Nebel trieb sich um die Boxenanlagen der Rennstrecke. Ich hatte noch reichlich Zeit für die üblichen Startvorbereitungen. In dem Getümmel der Läufer habe ich auch noch Gerd und Tobias aus Essen getroffen. Später in der Staraufstellung habe ich noch ein paar Worte mit @laufmeister (hier sein Blog-Bericht) gewechselt. Da die letzten Trainings nicht so besonders gut liefen, habe ich mir etwas Sorgen gemacht. Eine Zeitvorstellung hatte ich nicht wirklich, da ich das Höhenprofil der Strecke kannte. Im Mai in Berlin liefen die 25 km mit 2:13 sehr gut, aber dort ist die Strecke so gut wie flach.

Nach dem Start wird zunächst auf der Grand-Prix-Strecke gelaufen. Vor Ort hat man erst den richtigen Eindruck, wie steil es an vielen Stellen, die man aus den Rennübertragungen im Fernsehen kennt, ist. Zu beiden Seiten der GP-Strecke campten die Rad- und MTB-Teams für das nachmittags stattfindende Event “Rad am Ring”.

Gerd und ich in der Ringarena

Ich hatte mir vorgenommen es langsam angehen zu lassen und war mit der anfänglichen Pace von 5:50 ganz zufrieden. Nach 3 km biegt man dann auf die Nordschleife ein und die grüne Hölle beginnt. Es ging erst einmal steil den Berg hinab, bevor es auf ein ständiges Auf und Ab durch die Eifel geht. Bei Kilometer 4 hatte ich dann einigermaßen einen Rhythmus gefunden und das Läufen machte so richtig Spaß.

Vor dem Start

Langsam spürte ich allerdings, dass ich vor dem Start einmal zu wenig auf der Toilette war und ich gezwungen war einen keinen “Boxenstopp” in den Büschen einzulegen. Kurz nach dem Boxenstopp bei Kilometer 8 beginnt dann der Streckenteil, der mir den wahnsinnigen Muskelkater eingebrockt hat. Es geht von dort bis Breitscheid auf einer Strecke von 3 Kilometer ca. 300 Höhenmeter bergab. Danach folgt allerdings der anstrengende Teil der Strecke.

Karussel

Hinter Breitscheid ist zunächst ein Anstieg, der für normal trainierte Freizeitläufer eine Höchstschwierigkeit ist. Ungefähr bei der Hälfte hatte ich einen Puls von 162, was für mich der rote Bereich ist und ich für den Rest eine Gehpause einlegen musste, um wieder runter zu kommen.
Die anschlie

ßen den Steigungen bis zur Hohen Acht, die das gleiche Niveau wie der Start hat, sind ebenfalls von einigen Gehpausen begleitet.

Die Hohe Acht liegt bei Steckenkilometer 16, so dass hier noch 8 Kilometer bis zum Ziel sind. Es setz sich hier die Berg- und Talfahrt, die ich schon von den ersten Kilometern kannte fort. Allerdings war ich bei jeder neuen Steigung angestrengter. Wenn man dann kurz nach Kilometer 20 auf die Döttinger Höhe kommt, glaubt man am Ende der etwa 2 Kilometer langen Gerade schon fast das Ziel zu sehen. Leider ist das ein Trugschluss. Auf dem letzten Kilometer, der sich in einer S-Kurve den Berg hoch schlängelt sind noch einmal ca. 50 Höhenmeter zu bewältigen, bevor man auf die Zielgerade kommt. Vor hier noch ca. 700 m und die Quälerei ist geschafft. Mit 2:38:14 war ich endlich im Ziel. Die Zeit spielte am Ende keine Rolle mehr und so fertig, war ich keinem Lauf, selbst nach dem Hitzemarathon in Duisburg nicht.

Döttinger Höhe

Vorteilhaft war, das es in der Ringarena ordentlich warme Duschen gab. Leider war die Umkleide etwas klein, so dass sich die meisten auf dem Gang umgezogen haben. Das Bezahlsystem an den Kiosken mit der Ringcard ist allerdings nicht so ganz schlüssig, dass man eine Plastikkarte bei einem Mitarbeiter vor dem Kiosk aufladen muss, dann mit dem Plasikgeld zu bezahlen und an einer anderen Kasse das zuviel aufgeladene Geld wieder ausgezahlt zu bekommen, ist jetzt aus Kundensicht nicht gerade Effektiv zu nennen. Aber hier fängt dann eine Grundsatzdiskussion an, die ich hier nicht führen möchte.Ich habe mir noch eine dicke Portion Currywurst mit Pommes gegönnt, bevor ich den Nachmittag in Bonn habe ausklingen lassen. Davon könnt ihr bald in meinem anderen Blog lesen.