Nach dem mein letzter Marathon eher so der “Leidensweg” war, ging es dieses Mal richtig Gut und hat super Laune gemacht. Doch von Anfang an…

Zur 50sten Auflage des RWE Marathons um den Baldeneysee wollte ich unbedingt dabei sein, auch wenn ich dafür den Ausflug meines Lauftreffs in den Harz habe sausen lassen. Am Freitag ging es also mit dem Zug nach Essen. Gerd und Claudia von den Borbecker Raketen haben mich kurz nach der Ankunft per Twitter dazu überredet am Samstag noch mit Schwimmen zu gehen. Ausreden wie “ich habe keine Badehose mit” wurden nicht gelten lassen, da es in Essen seit zwei Wochen einen Decathlon gibt.
Also am Samstag morgen noch eine “wunderschöne” rote Badehose erstanden und zum Schwimmzentrum Rüttenscheid gedüst. Eine Stunde schwimmen gehörte bisher nicht zu meinem regelmäßigen Trainingsprogramm, sodass ich zwischendrin Bedenken hatte, mir für morgen einen gehörigen Muskelkater einzufangen. Es kam nicht so wie befürchtet, ob wohl ich am Sonntag morgen leicht verspannt in der Schulter war.
Gerd hat mich nach dem Schwimmen noch mit zur Startnummernausgabe genommen. Der Plan für Sonntag war, den Marathon in einer Zeit von 4:15 Stunden gemeinsam zu laufen. Gerd und die anderen Borbecker Raketen, wollten Claudia bei ihrem ersten Marathon begleiten.
Den Sonntag morgen habe ich sehr entspannt angehen lassen. Mein Hotel lag in Essen-Werden ca.3 km vom Start entfernt. Die Alternative war eine Station mit der S-Bahn fahren oder die Strecke zu gehen. Ich habe mich dazu entschlossen, einen gemütlichen “Morgenspaziergang” zum Start zu unternehmen. Das Wetter hat sich auch dazu angeboten. Es war etwas frisch (so ca. 6°C) und leicht bewölkt, also ideales Marathonwetter.
Am Startbereich die üblichen Vorbereitungen, Gels einstecken, Brille putzen, Schuhe binden und der obligatorische Gang zum Dixi-Klo. Obwohl ich in Duisburg schlechte Erfahrungen mit den Gels gemacht habe, haben ich dieses Mal wieder darauf vertraut, dass es funktioniert. Denn meine Magenprobleme kamen zwar von den Gels, aber hatten auch sehr viel mit der Hitze an diesem Tag zu tun und das war heute ganz und gar nicht so.
Kurz vor dem Start habe ich dann auch Gerd mit den Borbecker Raketen wieder getroffen und wie haben uns am Zug- und Bremsläufer für 4:15 Stunden orientiert. Pünktlich um 10:00 Uhr ging es auf die 42,195 km. Die Stecke startet in der Nähe des Regattahauses des TUSEM Essen und führt zunächst nach Südwesten Richtung Essen-Werden. Dort überquert das Läuferfeld die Ruhr, um nach einem kurzen Weg durch den Ort auf der Südseite des Sees Richtung Essen-Kupferdreh zu laufen.
Dort ist nach 11 km die zweite Verflegung. Anschließend überquert man auf der Kampmannbrücke zu zweiten Mal die Ruhr. Die Pacemaker-Gruppe, mit der ich unterwegs war, war für die das angepeilete Zeil sehr flott auf der Strecke. Ich hatte zeitweise eine Pace von 5:48 auf der Uhr. Das war in etwas die Pace meines ersten Marathons, den ich dann mit ca. 4:05 beendete.
Am Ende der Kampmannbrücke kommt eine 2,5 km lange Stichstrecke, die die erste von der zweiten Runde unterscheidet. Nach dem man wieder auf die Seerunde eingebogen ist, erreicht man in der Höhe der Zeche Carl Funke die Halbmarathonmarke. Ich war da bei ca. 2:03 und war weiterhin mit meiner Pace sehr zufrieden. Auch meinen Begleitern ging es zu dieser Zeit noch recht gut.
Bei Kilometer 23 erreicht man wieder den Start in der Höhe des TUSEM Regattahauses. Gegenüber des letzten Marathons habe ich mit in Sachen Gels eine andere Vorgehensweise übergelegt. Anstelle bei Halbmarathon und km 30 ein Gel zu mir zu nehmen, wollte ich dies auf km 25 und 33 hinausschieben.
Mein Plan ist dieses Mal voll aufgegangen und außerdem habe ich von den Gels keine Magenprobleme bekommen. Dies lag höchstwahrscheinlich daran, dass die Temperaturen an diesem Tag im gemäßigten Bereich lagen, bei Hitze hätte ich bestimmt wieder Probleme bekommen.

Im Ziel

Ab ca. Kilometer 28 wurden meine Belegleiter auch etwas langsamer und wir verloren den Anschluß an die Pacemaker-Gruppe. Ich hörte nur hinter mir die Kollegen Claudia zu motivieren wieder an die Gruppe aufzulaufen, allerdings hatte sie selbst zu kämpfen, so dass sie den Versuch ablehnte. Ich fühlte mich noch frisch genug, so dass ich mir vorgenommen habe, in den nächsten 2 bis 3 Kilometern den Anschluss wieder herzustellen.

Ungefähr einen Kilometer vor der vorletzten Verpflegung im Essen Kupferdreh hatte ich die Ballons wieder eingeholt. Die Durchschnittspace lang nach meiner Uhr immerhin noch bei 5:54. Bis ca. Kilometer 38 war ich immer noch den Ballons der Pacemaker auf den Fersen, bis denen auffiel, dass sie eigentlich viel zu schnell sind und plötzlich langsamer wurden. Also ließ ich die Pacemaker hinter mir und machte mich alleine auf den Weg ins Ziel. Es ist erstaunlich, wie viele Leute ich noch auf den letzten vier Kilometern überholt habe.
Die Zwischenzeit bei 40 km zeigte eine Bruttozeit von exakt 3:59:00, sodass ich mit Hoffnungen auf eine Zeit um 4:10 machte. Am Ende stand eine 4:10:49 auf der Uhr, die durch die offizielle Zeitnahme noch zu einer 4:10:51  korrigiert wurde. Froh und Glücklich ließ ich mir das Bier im Zielbereich schmecken.
Claudia hat dann, begleitet von Gerd und Tobias ihr Marathondebut mit eine 4:18 absolviert. Ich wüsche ihr auf diesem Wege beste Erholung und bedanke mich bei Gerd und den anderen Borbecker Raketen für die tolle Begleitung an diesem Marathonwochendend.