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Vielleicht sollte ich zunächst erklären, was mit ARQUE gemeint ist und was der Sinn des ARQUE-Laufs ist? Hinter ARQUE verbirgt sicht die Arbeitsgemeinschaft für Querschnittsgelämte Rhein-Main-Nahe e.V., die zum Sammeln von Spenden über das Jahr verteilt diverse ausdauersportliche Veranstaltungen organisiert. Eine davon ist der jährlich im November stattfindende ARQUE-Lauf oder seit dem letzten Jahr ARQUE bike & run. Der Lauf führt über 34,7 km von Kelkheim über Hofheim, Försheim und Kastel zum Liebfrauenplatz am Mainzer Dom. Die Biker haben die Möglichkeit die Strecke einfach oder hin- und zurück zu absolvieren und kommen bei der vollen Distanz auf 75 km. Der Lauf erfolgt in geführten Gruppen je nach Pace zwischen 5:00 min/km bis 7:00 min/km. Auf der Strecke befinden sich 3 Verpflegungspunkte bei 13, 21 und 27 km an denen es die Möglichkeit des Einstiegs gibt für Teilnehmer, die nicht die volle Distanz absolvieren möchten.

Nebel und schattige 3° am Start in Kelkheim

Los ging es am Sonntag um 9.00 Uhr bei frostigen Temperaturen und dichtem Nebel an der Sportanlage “Am Reis” in Kelkheim. Ich hatte mich in der Gruppe mit der Pace 6:00 min/km einsortiert und war zunächst mit Elan bei der Sache. Die Gespräche meiner Laufkollegen kreisten zunächst um die Zubereitung von Weihnachstmenus. Den ein- oder anderen Geheimtipp bei den Rezepten für Rouladen und rheinischen Sauerbraten konnte ich da abgreifen.

Die Strecke führte zunächst Querdurch Kelkheim, wobei nach ca. 2km eine zweite Gruppe von einem anderen Startort hinzustieß. Nach ca. 3,5km verläßt die Laufgruppe das Ortgebiet Richtung Landgaststätte Gundelhard. Zu meiner Überraschung wurden wir sogar von einer Bläsergruppe am Wegesrand verabschiedet.

Erster Verpflegungspunkt in Hofheim-Marxheim

Der Weg führt zunächst ca. 2-3km stetig bergauf, bevor es Richtung Hofheim wieder bergab geht. Die Gruppe durchquert die Kreisstadt des Main-Taunus-Kreises bevor am Ortsausgang von Marxheim an der Shell-Tankstelle die erste Verpflegung liegt. Begleitet von der Polizei auf einem Motorrad läuft die Gruppe nach Weilbach, wo nach kurzer Zeit die Autobahn A3 überquert wird. Der nächste Ort an der Laufstrecke ist Wicker, bevor es am Ortsende auf den Panoramaweg im Regionalpark Rhein-Main vorbei an den mittlerweile abgeernteten Weinstöcken zur zweiten Verpflegung geht.

Durch die Eröffnung der Nord-West-Bahn am Frankfurter Flughafen liegt der Ort Flörsheim, auf dessen Gemarkung die zweite Verpflegung liegt, genau in der Einflugschneise. So hatten die Läufer während der kurzen Rast bei Tee und Bananen das zweifelhafte Vergnügen die anfliegenden Flugzeuge zu betrachten.

Letzte Rast vor dem Ziel in Hochheim am Main

Die Laufstreck führte uns, bei mittlerweile strahlendem Sonnenschein weiter Richtung Main. Die letzte Rast erfolgte an der DLRG-Station von Hochheim, bevor die letzten 7 km über die Kostheimer Maaraue und die Theodor-Heuss-Brücke zwischen Kastel und Mainz zum Domplatz in Angriff genommen wurden.  Bis hier war ich pacemäßig auch noch im grünen Bereich, ob wohl die Gruppe z.T. etwas schneller als 6:00 unterwegs war. Auf dem letzten Teilstück wurde es dann doch etwas hart für mich, vor allem da ich seit September keine Distanzen über 25km mehr trainiert habe. Das es ohnehin kein Wettkampf war, war es mit auch relativ egal als letzter meiner Gruppe ins Ziel auf dem Mainzer Liebfrauenplatz zu kommen.

Das Ziel im Schatten des Mainzer Doms

Nach einer Stärkung mit Bananen, 5-Minuten-Terine und Bier (in dieser Reihenfolge) ging es mit dem Bus zurück nach Kelkheim. Auf der ca. 50 minütigen Busfahrt merkte ich mir schon die Anstrengung an, da mich eine gewisse Müdigkeit überkam. Alles in allem war es ein tolles Laufevent, dass ich versuchen werde im nächsten Jahr zu wiederholen.

Zum Abschluß noch eine Fotogalerie einiger Laufeindrücke.


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Alljährlich bietet der Hockenheimringlauf die Möglichkeit auf flachem Gelände noch einmal eine gute Zeit zu laufen und außerdem bei Würstchen und Bier (oder alternativ Kaffee und Kuchen) die Laufsaison ausklingen zu lassen. Der Lauf findet traditionell an Allerheiligen statt. Ich als Hessen muss mir allerdings Urlaub nehmen, um an diesem wunderbaren Event teilzunehmen, aber was tut man nicht alles. Dieses Jahr hatte ich es eigentlich gar nicht vor zu starten, da ich bereits am Sonntag beim Frankfurt Marathon in der Staffel am Start war. Außerdem wollte ich keine Urlaubstage opfern. Kurz zuvor nervte mein Chef, ich solle doch endlich mal die Überstunden abfeiern und dazu kam noch, dass der Sponsor von Mocki ankündigte, dass die zwei Tage nach dem Frankfurt Marathon am dort Start sein würde. Ich war da ohnehin etwas skeptisch, vertraute aber darauf, dass Mocki zumindest für eine Autogrammstunde an der Strecke sein würde.

Hockenheimring am 01.11.11

Meine Eindrücke wurden bestätigt, denn das Rennen am Sonntag war für Sabrina allen Anscheins sehr hart. Sie entschuldigte sich in ihrem siegerländer Dialekt langwierig, dass sie nicht laufen konnte (“Das war gestern das Leiden Christ” O-Ton Mocki). Aber jeder, der am Sonntag den Frankfurt Marathon gesehen hat, hatte dafür Verständnis. Sabrina beschränke sich darauf, den Startschuß zu geben und die Läuferschaar auf einem, zugegebenermaßen viel zu große,n Fahrrad zu begleiten.

Die Boxengasse vor dem Start

Ich für meinen Teil hatte allerdings von Sonntag noch leichten Muskelkater, so dass ich nicht so ganz wusste, wie ich das Rennen angehen sollte. Das Wetter war optimal. Bei  meiner Abfahrt aus Wiesbaden war noch dicke Nebelsuppe, doch je dichter ich nach Mannheim kam, um so mehr lichtete sich der Himmel. Beim Start um 10:20 hatten wir bestimmt 8° und wunderbaren Sonnenschein. Ich konnte das Rennen in kurzer Laufkleidung angehen.

Mocki schreibt Autogramme

Vom Start weg konnte ich allerdings eine Pace von ca.4:55 gehen, ohne dass es besonders weh tat. Auch hatte ich keinerlei Probleme mit der Luft. Ab Kilometer 3 musste ich allerdings einsehen, dass diese Pace etwas zu schnell war. Aber mit 5:05 bis 5:10 konnte ich während der weiteren Kilometer ganz zufrieden sein. Am Ende stand eine 50:56, was die schnellste 10km Zeit seit fast 2 Jahren für mich ist.

Nach den üblichen Würstchen und Bier habe ich dann äußerst zufrieden die Heimreise angetreten.

Startbogen zum 30. Frankfurt Marathon

Sonntag, den 30. Oktober kam es zur ersten #twitterlauftreff-Staffel beim Frankfurt Marathon. @Sancho_P hat die Staffel ursprünglich organisiert, aber nicht in der Formation, in der sie dann endgültig gelaufen ist. Die Idee zur Staffel kam @Sancho_P ungefähr im Juni oder Juli und als Teilnehmer sollten ich als Startläufer, @flynux, @soeren76 und @Sancho_P die Staffel bilden. Alles wurde im Sommer dann beim #twitterlauftreffgrillen in Frankfurt-Bonames festgeklopft. Leider haben sich @flynux und @soeren76 in der Zwischenzeit heftiger verletzt, so dass an eine Teilnahme nicht zu denken war. @Sancho_P musste sich nach erfolgreicher Teilnahme am Köln Marathon einer anstrengenden Herzkatheteruntersuchung unterziehen, so dass nicht klar war, ob wir wirklich antreten.

Erst eine Woche vor dem Frankfurt Marathon hatten wir endlich Klarheit. @Sancho_P hatte unter Auflagen das OK von seinem Doc und zwei Ersatzstarter(innen) waren gefunden. So wurde auch die Startreihenfolge neu gemischt. Ich hatte nach wie vor den Start und übergab nach 12km an @Sancho_P. Zum Halbmarathon übernahm @Jola_rennt, bevor Marianne die Schlußstrecke übernahm.

After-Pasta-Party im Vapiano in Frankfurt

Interessante Aspekte eröffneten sich bei #twitterlauftreff-Tweetup während der Pasta-Party in der Frankfurter Festhalle. Schön, die Menschen im Reallife zu treffen, die man sonst nur über den virtuellen Kanal kennt. Um alle auf zu zählen würde der der Platz nicht reichen, bemerkenswert fand ich Alex (@pixxelrunner) und Christine (@wwwsielaeuftde) aus Hamburg getroffen zu haben. Ebenso bemerkenswert was das Erscheinen von Carsten (@twitt3rless), der nur zum “groupen” aus München angereist ist. Anschließend gab es noch in anderer Zusammensetzung eine After-Pasta-Party bei einer Pizza-Kette in der Frankfurter Innenstadt, die nicht minder aufschlußreich war.

Die Anspannung vor dem Start steigt

Vor dem Start am Sonntag haben wir uns noch einen Treffpunkt in der Nähe der U-Bahn-Station vereinbart. Es kamen dann doch noch einige Twitterati auf ein kurzes “Hallo” vorbei, die zum Treffen in der Festhalle nicht konnten. Ich hatte mich mit @MagicMike2311 verabredet, der für seine Staffel ebenfalls den Start übernommen hatte. Aber wie das so ist, bei der Nervosität vor dem Start. Schnell nochmal das Dixi-Klo aufgesucht und der Sportskamerad ist aus den Augen verloren. Ich hatte den gesamten Oktober, ausgehend von meinem Start in Bregenz mit Magen-Darm-Problemen zu kämpfen, die sich an diesem Tag zwar gebessert hatten, aber noch nicht ganz vorüber waren. Ich hatte, auch auf Grund einer zehntägigen Trainingspause, noch nicht das Zutrauen, ob die 12km-Strecke in einer gute Zeit zu absolvieren ist. Ich hatte mir eine Pace von 5:30 min/km vorgenommen, was auf eine Endzeit von 1:06 hinaus lief.

In der Startaufstellung

@MagicMike2311 habe ich dann, dank eines kurzen Telefonanrufs, doch noch in der Startaufstellung gefunden. Michael hatte leichte Probleme mit der Wade und sich vorsorglich mit Kinesiotape “verarzten” lassen. Seine Vorgabe war “nur nicht zu schnell anfangen” und hintenraus sehen was geht. Um 10:30 sind wir beide dann auf die Strecke. Mit einer Anfangspace von ca. 5:15 waren wir gut dabei. Auf Kilometer 2 und 3 hatten wir zwischenzeitlich auch eine Pace leicht unter 5:00. Danach machte sich bei mir allerdings das fehlende Training bemerkbar und mir wurde die Luft etwas knapp. Kurz vor der Verpflegung bei Kilometer 5 auf der Bockenheimer Landstraße verabschiedete sich @MagicMike2311, der ein erheblich schnelleres Tempo gehen konnte als ich. Ich habe mich pacemäßig so zwischen 5:20 und 5:25 eingependelt. Auf der Strecke habe ich dann bei Kilometer 8 Jörg (Ultrayogi) aus Oberhausen überholt, der in Frankfurt seinen 110. Marathon absolviert hat. Leider ist es im Ziel nicht zu dem verabredeten Bier gekommen, da wir uns da in der Menge verloren haben.

Nach 1:05:30, also etwas schneller als gedacht habe ich den Staffelstab (in Frankfurt in Form des Zeitnahmechips) an @Sancho_P übergeben. Auf der Rückfahrt zu Start und Ziel habe ich dann wieder @MagicMike2311 in der U-Bahn-Station aufgelesen. Wir sind beide kurz bevor der Führende auf die Zielgerade eingebogen ist an der Messe angekommen. Zu der Zeit habe ich noch nicht ahnen können, das er nur 3 Sekunden nach dem Weltrekort über die Ziellinie läuft. Ich habe noch gewartet bis mit Jan Fitschen der erste Deutsche vorbei läuft, bevor ich mir für den Zieleinlauf der Damen einen Platz in der Festhalle suchen konnte.

Ich habe alle Daumen gedrückt, damit Mocki doch noch ihre PB knackt. Leider hat es nicht gereich, aber sie hat mit einer 2:28 die Qualifikation für London geschafft. Anschließen habe ich auf den Zieleinlauf der anderen #twitterlauftreffler gewartet und es waren einige hervorragende Ergebnisse dabei. Mein “Hamburg-Hase” Heiko (@bartlog) hat mit 3:06 seine Erwartungen übertroffen.

#twitterlauftreff-Staffel (v.l. @HipHop_Runs, @Sancho_P, Marianne; @Jola_rennt)

Etwa um diese Zielzeit kam auch @Sancho_P auf die Tribüne in der Festhalle. Gespann schauten wir, außer auf den roten Teppich für den Zieleinlauf, auch auf unsere Smartphones, um eine Nachricht von @Jola_rennt zu erhalten. Wir hatten uns so verabredet, dass wir uns am Platz der Republik treffen, um die letzen ca. 700 m gemeinsam ins Ziel zu laufen. Gegen 14:00 haben @Sancho_P und ich uns dann aufgemacht und @Jola_rennt zu treffen. Nachdem so jeder seine Streckenstory erzählt hat, kam auch Marianne vorbei und wir sind gemeinsam ins Ziel gelaufen. Die Zeit von 4:09:38 ist eigentlich unerheblich, allen beteiligten hat es Spaß gemacht und es war ein einmaliges Erlebnis.

Leider konnten wir die anderen Marathonis nicht mehr treffen, da wir den Treffpunkt irgendwie verpeilt hatten. Wir sind dann unter zu Hilfenahme von einigen Bratwürsten an den Hauptbahnhof gelaufen, wo sich unsere Wege trennten und  wir wieder den Kontakt mit der Online-Welt aufnahmen.


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Der Bodensee 3-Länder-Marathon von Lindau nach Bregenz gehört nach diesem Wochenende nicht zu meinen Freunden. Das Laufevent am Bodensee war eingebettet in den Jahresausflug meines Lauftreffs und somit hatte ich keine hochfliegenden sportlichen Ziele. Lauftreffausflüge sind in der Regel mit einem feucht-frölichen Programm umrahmt, so dass eine überragende Leistung nicht zu erwarten war, aber darum ging es auch gar nicht.

Die meterologischen Voraussetzungen waren schon nicht die Besten. Während fast ganz Deutschland bei herrlichem Sonnenschein den Spätsommen genossen hat, waberte über dem Bodensee eine zähe Hochnebeldecke, die erst auf ca. 700 m Meereshöhe den Blick auf die Sonne freigab und auch an den Vortagen am Nachmittag nicht verschwand. Zu allem Überfluß hatte jemand in der Gruppe mit Verdauungsproblemen zu kämpfen und diese dann auch an andere Teilnehmer “verteilt”. Ich konnte von Glück sagen, dass er nicht nur die Viren, sondern auch die entsprechenden Medikamente in der Gruppe geteilt hat.

Seebühne Bregenz mit dem Bühnenbild für "André Chènier"

So stand ich dann mit einem etwas flauen Gefühl in Bregenz am Hafen um auf die Überfahrt nach Lindau zu warten. Da sich das Gefühl in der Magengegend nicht verschlimmerte, habe ich auf die Wirksamkeit des Medikaments vertraut und den Rest auf die aufsteigende Nervosität geschoben. In Lindau angekommen war der Hafen bereits voll von Läufern. Da ich auf dem vorletzten Schiff war, war der Zeitplan recht eng gesteckt, da bereits ca. 30 min vor dem Start die Kleiderbeutelabgabe schließt und man ca. 20 min vor dem Start im Startblock sein soll. Mit 7500 Startern auf den drei ausgeschriebenen Strecken Marathon, Halbmarathon und Viertelmarathon, sowie der Staffel verzeichnete der Veranstalter einen Teilnehmerrekort. Entsprechend eng ging es in der Staraufstellung zu.

Nervosität vor dem Start

Als das Läuferfeld um 11:11 Uhr auf die Strecke geschickt wurde, lichtet sich auch ganz allmählich der Nebel. Meine Nervosität in der Magengegend hatte sich gelegt und ich konnte auch für die ersten 5km mein geplantes Tempo angehen. Nach genau einer halben Stunde habe ich bei Kilometer 5,5 die Grenze nach Österreich überquert. Auf den folgenden Kilometern habe ich allerdings gemerkt, dass dies bereits der zweite Halbmarathon innerhalb von 4 Wochen ist. Ich hatte mit einer gewissen Ermüdung gerechnet, allerdings noch nicht so schnell. Da ich noch gut in der Zeit lag, habe ich mir darüber keine weiteren Gedanken gemacht.

Läuferfeld in der Lindauer Altstadt

Bei Kilometer 11 durchläuft man die Bregenzer Seebühne. Kurz vorher ist ein Verpflegungspunkt den ich etwas vermasselt habe, indem ich am Wasser vorbeigelaufen bin und gegen Ende irgendwas getrunken habe, was mir im nachhinnein nicht bekommen ist bzw. Magenkrämpfe verursacht hat. Es kann allerdings auch sein, dass das Durchfallmedikament in seiner Wirkung nachgelassen hat. Ich habe auf den folgenden Kilometern meine Pace um mindestens 30 sek. reduzieren müssen und sogar die eine oder andere Gehpause eingelegt. Die Einnahme eines Gels, die ich bei km 12 geplant hatte, habe ich seien gelassen, um die Magenprobleme nicht zu verschlimmern.

Bodenseeufer bei Lochau

Im folgenden habe ich mich nur darauf konzentriert ins Ziel zu kommen, egal mit welcher Zeit. Erleichterung gab es bei Verpflegungspunkt an Kilometer 15 kurz nach überqueren der Bregenzer Ach. Hier gab es zusätzlich zu den Getränken auch Bananen. Da ich mich sonst bei Läufen immer mit Gels ernärt habe, war ich zunächst skeptisch. Aber der Gedanke an die Aussage der Sporstkameraden aus dem Lauftreff, das Bananen gut bei Durchfall seien, hat mich dann doch zugreifen lassen. Und in der Tat die Magenkrämpfe ließen nach. Ich konnte zwar nicht an die Pace anknüpfen, die ich zu beginn des Rennens gegangen war, was mir aber in dem Fall ziemlich egal war, das Ziel war jetzt “Ankommen”!

Kloster Mehrerau

Bei Kilometer 18 zur letzten Verpflegung durchquert man das Kloster Mehrerau, bevor man im Bregenzer Casino-Stadion ins Ziel läuft. Mit einer Gesamtzeit von 2:02:08 bin ich in sofern nicht zufrieden, weil es mir unterwegs so dreckig gegangen ist. Positiv an diesem Lauf ist allerdings die super Stimmung an der Strecke und die üppige Zielverpflegung. Nach einigen Bananen im Ziel waren die Magenkrämpfe auch vergessen und ich konnte mich sogar am alkoholfreien Weissbier des Sponsors erfeuen. Noch ein kleines Wort zu Organisation, die alles in allem sehr gut war, allerdings mit 7500 Teilnehmern an die Grenze des machbaren stößt. Bedenklich fand ich allerdings, dass es beim Verlassen des Stadtioninnenraumes zu Staus gekommen ist. Im Falle von unvorhergesehenen Ereignissen kann das schnell zu Problemen mit Drängeleien oder Schlimmerem füren.

Vor dem Ziel im Casino-Stadion Bregenz

Als Fazit beibt fest zu halten, dass ich in meinem Projekt der 25 Halbmarathons nun einen Haken hinter Bayern und Österreich machen kann, aber ich hier noch eine Rechnung offen habe. Die Strecke ist schön und kann bei besserm Wetter, wie mir berichtet wurde, auch richtig reizvoll (Alpenpanorama oder so?) sein. Daneben ist sie, weil es ständig am Bodenseeufer entlang geht, auch relativ flach, so dass eigentlich eine gute Zeit hätte möglich sein können. In diesem Sinne ist eine Wiederholung des Events auf der To-Do-Liste gelandet.


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Wenn es am Start zu einem Halbmarathon schon 25° sind, weiß man eigentlich schon, dass es keine leichte Veranstaltung wird. Aber alles nach einander. Der Run to the Beat Basel beginnt um 8:30 mit dem Start des Marathons. Um 9:15 startet der Schnupperlauf über 7 km (1/6 Marathon) und der Start des Halbmarathons ist um 11:00. Die Strecke ist so ausgelegt, dass man als Halbmarathoni fast auf der zweiten Runde des Marathons läuft. Es gibt kleine Abweichungen, auf die ich nachher noch komme. Für die Marathonläufer ist des der Kilometer 26, wenn sie erneut am St. Jakobspark, dem Startgeläde, vorbei kommen.  Zur Startzeit des Halbmarathons kommen gerade die Läufer mit einer Zielzeit von 3:45 am Start vorbei.

Ich hatte mir Basel ausgesucht, da es einigermaßen nah ist (um mein Projekt mit den 25 Halbmarathons fortzuführen) und von der Strecke recht eben erschien. Ich hatte gut trainiert und war trotzdem relativ nervös am Start, da ich mir zeitmäßig einiges vorgenommen hatte. Es sollte zumindest eine 1:55 rauskommen, jemehr gegen 1:50 umso besser. Das sonnige Wetter und die recht hohen Temperaturen sollten mich später noch erheblich bremsen.

Start an der St. Jakob-Halle

Das Startgelände um die St. Jakob-Halle ist für ein solches Event sehr gut geeignet. Es gibt genügend Platz zum Umziehen und ausreichend Toiletten. Nur die Kleiderbeutelabgabe (3 LKW hinter der Halle) hätte etwas besser ausgeschildert werden können. Ansonsten gab es von meiner Seite keine Kritikpunkte an der Organisation.

Nach dem Start, wie gesagt bei 25° und Sonnenschein führt die Strecke zunächst nach Norden an der Birs entlang, die nach ca. einem Kilometer Richtung Birsfelden überquert wird. Ich war natürlich wie immer zu schnell. Ich hatte mir eine Pace von 5:21-5:17 vorgenommen und der Garmin zeigte eine 5:10 für den ersten Kilometer. Nach 3 Kilometern erreicht das Läuferfeld das Kraftwerk Birsfelden und biegt nach links, das Rheinufer entlang, ab. Die Läufer überqueren die Birs auf einer Holzbrücke, die unter dem getrappel der Laufschuhe anfängt zu dröhnen. Meine Pace war bis hier her immer noch leicht zu schnell, ich habe mich aber nicht schlecht dabei gefühlt.

Nach 5 km verlassen die Läufer den St.Alban-Rheinweg um schräg links den Mühlberg hoch zu laufen. Dies ist die einzige Steigung des Laufes, aber dafür ganz schön knackig. Auf ca. 300m geht es 20m in die Höhe, um nach kurzer Flachpassage mit der Wettsteiner Brücke den Rhein zu überqueren. Hinter der Brücke liegt der zweite Verpflegungspunkt und die Läufer biegen auf den Oberen Rheinweg ein. Der Straßenbelag besteht hier, wie auch in Prag, aus Kopfsteinpflaster. Ich habe es allerdings bei weiten nicht so störend empfunden wie im April. Ich nehme an, dass es daran lag, dass es erst Kilometer 6 und nicht 18 war.

Auf diesem Streckenabschnitt pendelte sich meine Pace auch in dem geplanten Bereich von 5:17 ein, aber die steigende Hitze machte mir zunehemend zu schaffen. Es wird gut und gerne 28° gehabt haben. Ich war froh schattige Streckenabschnitte zu finden. Ideal war hier die Passage am Hochhaus von Novartis.

Der nachfolgende Streckenabschnitt ist nicht mehr ganz so ansehnlich, da das Läuferfeld den Basler Hafen und ein Industriegebiet durchqueren. Hier wurden meine Schritte auch langsamer. Ein Blick auf mein Garminverriet mir, dass meine Pace zwischenzeitlich sich auf 5:36 verlangsamt hatte.  Das Studium des Streckenplans vor dem Rennen zeigte, das bei Kilometer 12,5 ein Getränkestand sein sollte, also habe ich vorher mein mitgenommenes Gel eingeworfen. Der Getränkestand kam gefühlt zwar etwas später, aber das lag dann eher an der weiteren Verlangsamung meiner Schritte.

Der Streckenabschnitt ab Kilometer 11 war das totale Kontrastprogramm zu der Industrielandschaft am Hafen. Hier ist auch die “Ausleitung” der Marathonläufer, die eine andere Strecke zum Ziel nehmen. Die Halmarathonstrecke führt bis ca. Kilometer 14 an der Weisse entlang. Die Wiesen am Fluß werden von den Baselern gerne als Grillwiese genutzt, sodass den Läufern der Duft der Grillfeuer um die Nase weht. Auch die Tatsache, dass die Strecke zum großen Teil im schattigen Wald liegt ist ein großer Vorteil.

Kurz vor Kilometer 14 überquert die Laufstrecke die Weisse und dreht in südliche Richtung dem Ziel entgegen. Die Strecke führt nur über sonnendurchflutete, schattenlose Felder. Langsam begann allerdings das Gel seine Wirkung zu entfalten, so dass sich meine Schritte wieder beschleunigten. Ab Kilometer 16 konnte ich wieder eine Pace von ca. 5:20 gehen und habe einige Läufer, die mich zuvor überholt hatten wieder kassieren.

Vor dem letzten Getränkestand bei Kilometer 18km kommen auch die Marathonis wieder dazu. Die Strecke verläuft durch ein Wohngebiet zum Badischen Bahnhof, der in einem Tunnel unterquert wird. Hier ist mir etwas seltsames passiert: Ich bin auf den Marathon-Pacemaker für 4:30 aufgelaufen. Um ihn herum eine dichte Traube von Läufern, die dem Pacemaker folgten. Da im Tunnel die Strecke für die Läufer verengt wurde war es sehr schwierig an den Marahonis vorbei zu kommen, denn diese hatte ein sehr viel langsameres Tempo drauf als ich vorhatte.

Basler Rathaus auf dem Marktplatz

Nach einem kurzen Schlenker über die Basler Messe biegt man für den letzten Kilometer auf die Clarastrasse, der Einkaufsstrasse in Kleinbasel, ein. Hier konnte ich noch ettliche Läufer einholen. Ich überquere die Mittlere Brücke daraufachten nicht über die Strassenbahnschienen zu stolpern und laufe zum Ziel auf dem Marktplatz direkt vor dem Basler Rathaus. Die Uhr bleit für mich bei 1:53:48 stehen.

Ausgepumpt und glücklich ziehe ich mir noch das ein oder andere schweizer Sponsorengetränk rein, hole meine Tasche, ziehe mich um und fahre zum Hotel. Ein aufregender und heißer Halbmarathon ist zu Ende gegangen. Mehr am 2. Oktober zwischen Lindau und Bregenz zum 3.Länder-Marathon.

Der Hamburg Marathon ist jetzt zwei Wochen Geschichte und ich denke darüber nach, was er mir gebracht hat und was ich beim nächsten Mal besser machen will. Das es ein nächstes Mal geben wird, habe ich ja in meinem Bericht geschrieben.

Bei der ersten Laufrunde mit meiner Kollegin und Trainingsplanauthorin Christina musste ich natürlich sämtliche Erlebnisse genaustens erzählen. Als Wissenschaftlerin kam dann zum Schluß meiner Ausführungen die Frage: “Und? Was würdest Du mit diesen Erkenntnissen anders machen?” Eine tiefgreifende Antwort hatte ich zu dieser Zeit nocht nicht parat. Sicher habe ich was gesagt, wenn auch nur, um keine längere Pause in der Unterhaltung aufkommen zu lassen.

Mir war es in den letzten beiden Wochen auch zunächst darum gegangen, die Ereignisse einigermaßen warheitsgetreu wiederzugeben, für den Erkenntnisgewinn brauche ich immer etwas länger.

Die Vorbereitung lief alles in allem recht gut, obwohl ich zu Beginn des Trainingsplans skeptisch war. Das lag zunächst daran, dass ich mich zur Jahreswende verletzt hatte und sich die Genesung auf Grund meiner Ungeduld länger hinauszuögerte. Chirstina konnte die Verzögerung noch in meinem Trainingsplan kompensieren, aber die drei Wochen im Janaur, hätten mir vielleich von Anfang an etwas mehr Sicherheit bei den Trainingseinheiten gegeben.

Während des Marathons habe ich einen Trinkgürtel mit zwei Trinkflaschen (ca. 0,4l) und zwei Pack mit Gel dabei gehabt. Die Flaschen habe ich mit einem dieser “Wellness-Wasser”, also Wasser mit Geschmack, gefüllt. Im Nachhinein betrachtet war es eigentlich nicht notwendig eigene Getränke mitzunehmen, wenn auf der Laufstrecke alle 2,5km eine Verpflegungsstelle ist. Auf eingefüllte “Wellness-Wasser” hätte ich besser verzichtet, denn ich nehme an, dass es mir gegen Ende die Magenprobleme bereitet hat. Auf die beiden Gel-Packs würde ich nach jetzigem Erkenntnisstand nicht verzichten, sie bringen auf jeden Fall was.

Im Ziel habe ich gemerkt, dass mein schwarzes Laufshirt an den Ärmel weis war vom ausgeschwitzten Salz. Wärend des Marathons habe ich darauf verzichtet zu den angebotenen Elektrolytgetränken zu greifen. Da ich diese, im Gegensatz zu den Gels, nie im Training verwendet habe, war ich etwas skeptisch. Eine Erkenntnis ist vorallem, dass der Salzverlust, gerade bei Temperaturen über 20°C, enorm ist und die Konsequenz, wähernd den Trainingsläufen mal so ein Elektrolytzeugs zu probiern und schauen, ob ich das vertrage.

Und wie geht’s nun weiter? Ich hatte mir zunächst eine Regenerationszeit von 3 Wochen nach dem Marathon eingeräumt, bevor ich wieder richtig mit dem Training anfange. Es kann sein, dass sich dieser Zeitraum noch etwas verlängert, da momentan der rechte Fuß etwas zwickt und ich mir eine komplette Trainingspause verordnet habe. In den nächsten Wochen stehen eigentlich ein Paar “Spaßwettkämpfe” in Eppstein und in Kiedrich an, die wegen ihres bergigen Profils nicht für “gute” Zeiten taugen und nur mit dem Vorjahresergebnis zu vergleichen sind.

Ich hoffe dann beim Abendwaldlauf in Mörfelden mal zu testen was für eine Zeit über 10km drin ist. Etwas länger soll es dann Anfang September und Anfang Oktober jeweils mit einem Halbmarathon in Basel und in Lindau werden. Vielleicht klappt es bei einem der Läufe auch mal wieder in die Nähe meiner HM-Bestzeit von 1:49:30 zu kommen. Als Saisonabschluß ist momentan in Planung mit @Sancho_P vom #twitterlauftreff beim Frankfurt Marathon in der Staffel an den Start zu gehen.

Als Ausblick für das nächste Jahr habe ich mir zunächst vorgenommen den Halbmarathon in Venlo in Angriff zu nehmen und mich dann ggf. auf einen Frühjahrsmarathon vorzubereiten. Da bin ich allerdings noch etwas unentschieden. Düsseldorf, Duisburg oder Koblenz (Mittelrhein) haben ganz gute Karten, aber entschieden ist noch nichts.

Hamburg Marathon 2011


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Type: Run – General
Duration: 4:04:40
Distance: 42.54 km

Es ist der 22.Mai 2011 um 8:30 und ich stehe bei strahlendem Sonnenschein in der Startaufstellung für den Hamburg Marathon. Hätte mir das vor fünf Jahren jemand das gesagt, ich hätte ihn für verrückt erklärt. Besonders, wenn er hinzugefügt hätte, dass ich knapp fünf Stunden später und nach 42km Wegstrecke im Ziel bin. Denn zu dieser Zeit hatte ich noch das Motto: “No Sports!” – wie sich Zeiten und Einstellungen ändern können.

vor dem Start

Doch nun der Reihe nach. Ich stehe im Startblock I und halte gespannt Ausschau nach Heiko (@bartlog) vom #twitterlauftreff. Er hatte sich Tags zuvor angeboten mich beimeinem Marathon-Debut zu begleiten. Leider hatten wir nicht den gleichen Startblock, so dass die Absprache war, wenn wir uns am Start nicht sehen sollten, ich ihn am rechte Streckerand laufend einholen könne.

Meine Nervosität war dann doch so groß, dass ich noch etwas in die Dixi-Klos bringen musste, bevor der Startschuß fiel (in Hamburg traditionell kein Schuß, sondern das Läuten einer Schiffsglocke). Die Sonnenstrahlen auf der Schulter waren schon fast unangenehm, so warm war es zu dieser Zeit. Als dann endlich mein Startblock auf die Reise geschickt wurde, habe ich mich zunächst von der Euphorie tragen lassen und bin zu schnell angegangen. Der Blick auf meine Garmin-Uhr nach den ersten 500m, zeigte eine Pace von 5:05 min/km. Das war eindeutig über meiner angepeilten Pace von 5:51 min/km. Ich hatte mir ausgerechnet (bzw. rechnen lassen), dass ich mit dieser Pace und einer langsamen Steigerung im zweiten Teil auf einer Endzeit von 4:05 landen würde.

Auf dem Weg zur Startlinie (Reeperbahn)

Ich musste mich dann langsam wieder einfangen, um auf die geplante Pace zurück zu kommen. Das abbremsen wurde dadurch “erleichtert”, dass ich kurzzeitig an der rechten Schienbeinaußenseite verkrampfte. Das ist mir in den vergangenen 900 Trainingskilometern nicht einmal passiert und jetzt das! Nach 2km bin ich dann zu Heiko aufgeschlossen, den fröhlich mit seinem Handy die Stimmung an der Strecke einfing. Ich hatte ebenfalls eine Kamera mit, um einen ersten Marathon zu dokumentieren. In den folgenden ca. 10 km ließ sich Heiko öfters zurückfallen oder lief einige Meter nach vorne, um an der Strecke zu fotografieren. Das imponierte mir als Neuling schon sehr, da ich von meinen Halbmarathonstarts wußte, wie anstrengend es ist, immer abzubremsen und neu Fahrt aufzunehemen.

auf der Elbchaussee

Nach der ersten Wasserstelle bei km 5 war dann auch die Verkrampfung im rechten Schienbein gelockert und ich konnte ein konstantes Tempo angehen. Die Strecke auf der Elbchaussee ist auch besonders angenehm, weil durch die hohen Bäume sowohl schattig, als auch windgeschützt ist. Kurz von km 10 erreicht das Läuferfeld den Fischmarkt. Von hier bis zu den Landungsbrücken ist eine super Stimmung, die Zuschauer stehen in mehreren Reihen an der Strecke. Meine 10km Zwischenzeit lag mit 0:58:11 im Bereich meiner Vorgaben.

Der König von St. Pauli

Kurz vor dem Wallingtunnel in der Nähe des Hauptbahnhofs haben dann Heiko und ich den Zeitläufer für 4:15 überholt, allerdings hatte dieser schon seinen Luftballon verloren, so dass nur an dem Aufdruck auf seinen Kompressionsstrümpfen zu erkennen war, welche Zeit er läuft. Den folgenden Streckenabschnitt zwischen Jungfernstieg und Schöne Aussicht fand ich besonders angenehm. Die Strecke war breit genug und nicht allzu kurvig, man konnte es gut “rollen” lassen.

Sektfrühstück bei Hamburg Marathon (Schöne Aussicht)

Besonders cool sind die Zuschauer hier im Bereich dieses Nobelviertels an der Außenalster, stilvoll betrachtet man das Laufspektakel beim Sektfrühstück am Streckenrand. Auf den nächsten 3 km bis zur Halbmarathondistanz wurde die Hitze doch unangenehm, obwohl ich sie jetzt besser wegstecken konnte als vor 6 Wochen beim Prag Halbmarathon. Meine Halbmarathonzeit lag bei 2:00:30 und somit ca. 2 1/2 Minuten schneller als veranschlagt.

grelle Farben

Ab km 22 geht es am Stadtpark vorbei und an der U-Bahn Station “Saarlandstrasse” ging richtig die Post ab. Trotz des Pushes durch die Zuschauer merkte ich allerdings, dass ich so langsam an einen “toten Punkt” komme. Ideale Gelegenheit einen meiner Gelpacks zu knacken. Ein, zwei Kilometer später war der Hänger auch überwunden und ich konnte mein bisheriges Tempo wieder aufnehmen. Was auch dringend notwendig war, denn ca. ab km 25 verläuft die Streck durch ein etwas ödes Büroviertel. Der Zuschauerzuspruch hier ist erheblich geringer und das Laufen auf den schattenfreien Strassen bei Temperaturen von mittlerweile ca. 26° C wurde langsam anstrengend.

Da traf es sich gut, dass der Streckenverlauf ab km 28 in der Nähe der Alster durch eine parkähnliche Gegend führt, in der die hohen Bäume reichlich Schatten spendeten. Und dann am nördlichsten Punkt der Strecke folgt der absolute Hammer! An der U-Bahn-Station “Ohlsdorf” standen die Zuschauer dicht gedrängt an der Strecke und das Dröhnen der Sambatrommeln riß einen förmlich mit: Ein “geiles Erlebnis”!

geile Stimmung (Am Hasenberge/Ohlsdorf)

So schnell die Euphorie gekommen war, so schnell war sie auch wieder weg, denn ich befürchtete die Begegnung des “Manns mit dem Hammer” je näher ich km 35 kam. Also noch schnell das zweite Gelpack eingeworfen, um die Begegnug noch etwas hinauszuzögern. Die Strecke wurde wieder etwas eintöniger, wenn auch etwas abschüssiger. Heiko, der mich die ganze Zeit begleitete, hatte allerdings seit ca. 10km seine Fotosession abgebrochen, da sein Handy einen Wasserschaden hatte. Eine seiner Andeutungen habe ich dann so verstanden, dass ihm der Lauf mittlerweile auch keinen Spaß mehr macht und er sich erheblich quälen musste.

Im Streckenabschnitt zwischen “Eppendorfer Baum” und “Klosterstern” war wieder absolutes Gänsehautfeeling angesagt. Trotz langsam weicher werdender Beine, wird man durch die zahlreichen Zuschauer und die tolle Musik von NDR 90,3 nach vorne getrieben. Das ist auch bitter nötig, denn der kleine Anstieg nach der Wasserstelle und der Einmüdung zur Rothenbaumchaussee ist nach 37,5 km in den Beinen doch schon einigermaßen hart. An dieser Stelle habe ich dann auch irgendwie Heiko verloren.

Im Ziel (Glacischausee)

In gespannter Erwartung, irgendwo am Rande der Strecke @VictoriaHamburg zu sehen, die ich tags zuvor kennengelernt habe, lief ich die Rothebaumchaussee hinunter. Ich könnte sie leider nicht am Streckenrand ausmachen, was mir in diesem Moment dann auch wieder ziemlich zweitrangig war, da mein Magen anfing zu rebellieren. Auf den folgenden 1,5 km musste ich mich eher darauf konzentrieren mich nicht zu übergeben als Zuschauer am Streckenrand zu identifizieren. Mit einer kurzen Gepause genau vor meinem Hotel bei km 40,5 ging dann auch die Übelkeit soweit weg, dass ich die verbleibenden 1,7 km gut hinter mich gebracht habe. Nach 4:04:39 habe ich dann glücklich und erschöpft den Zielstrich in der Glacischaussee überquert. Das war ein so tolles Erlebnis, dass es bestimmt nicht mein letzer Marathon gewesen sein wird.

noch 195 Meter zum Ziel

Bilder Galerie “Hamburg Marathon 2011″


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Type: Run – General
Duration: 3:31:25
Distance: 31.09 km

Die letzte Woche vor dem Marathon wollte ich ruhig angehen lassen und habe mir vorsorglich Urlaub genommen. Aber um zu Hause die Beine hoch zu legen, bin ich doch etwas zu aktiv und ich entschied mich dazu die Zeit mit einem Besuch des Ruhrgebiets zu nutzen. Ich habe eine kleine Affinität für die Gegend und war bereits im letzten Jahr zur Ruhr2010 – Kulturhauptstadt Europa in Essen. Zu dieser Zeit habe ich Gerd (@BRGerd) von den Borbecker Raketen kennengelernt. Ich habe ja hier im Blog die Suche nach einer Begleitung für einen langen Lauf gestartet. Gerd hat sich kurze Zeit später gemeldet und mir angeboten, an einem “Longjog” mit Start an der Zeche Zollverein teilzunehmen.

Ruhrmuseum Zeche Zollverein

Treffpunkt war der orange Aufzug zum Ruhrmuseum an der Zeche Zollverein. Die Strecke führt zunächst in östliche Richtung zum Gelsenkirchener Stadtteil Ückendorf vorbei an der Halde Rheinelbe, einem der Aussichtspunkte der Route der Industriekultur. Am Fuße der Halde befindet sich der Skulpturenwald der Küstlers Herman Prigann, den wird ebenfalls passieren.

Skulpturenwald an der Halde Rheinelbe

In gemütlichem Lauftempo von 6:30 bis 6:40 min/km erreichen meine Begleiter und ich die “wilden Tiere”. Es geht vor bei an der Zoom Erlebniswelt Gelsenkirchen, bevor wir am Ufer des Rhein-Herne-Kanals wieder in westliche Richtung einschwenken. Bis hierher haben wir die Hälfte der Strecke absoviert.

Brücke über den Rhein-Herne-Kanal

In der Ferne zeichtet sich jetzt das weithin sichtbare Gebäude der Zeche Nordstern ab. Die Zeche Nordstern und das umliegende Gelände wurde nach der Stillegung des Bergbaus in einen Landschaftspark umgewandelt, in dem 1997 die Bundesgartenschau stattfand. Das Zechengebäude wurde im letzten Jahr durch einen Glaskubus aufgestockt und mit einer blauhaarigen Herkules-Figur “gekrönt”.

Zeche Nordstern mit Herkules

Zurück ging es über sehr gut ausgebaute Radwege Richtung Kathernberg und einem kleinen Abstecher zur Kokerei Zollverein, zu unserem Ausgangspunkt vor dem Ruhrmuseum. Hier bestand dann auch die Gelegenheit sich am Imbiss-Stand stärken. Ich habe da die Apfelschorle bevorzugt, Gerd brauchte eine Portion Pommes.

An dieser Stelle wollte ich mich noch einmal bei Gerd und den anderen Borbecker Raketen für die angenehme Begleitung in den 3 1/2 Stunden bedanken. Außerdem wünsche ich Ulrike viel Erfolg beim Stockholm Marathon und dem Sportskameraden im blauen Shirt, dessen Name ich vergessen habe (Gerd hilf mir mal), alles Gute bei seinem Marathon-Debut in Duisburg beim Rhein-Ruhr-Marathon.  Ich hab’ leider auch vergessen für welchen Lauf sich Tobias vorbereitet hat, aber nochmal Danke für’s Mitnehmen an den Bahnhof. Wer Gerd im RL erleben will, läuft eben falls beim Rhein-Ruhr-Marathon in Duisburg mit und folgt ihm als Zeitläufer für 4:45 (glaube ich?)!

Zurück mit den Borbecker Raketen an der Zeche Zollverein


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Type: Run – General
Duration: 3:39:36
Distance: 35.14 km

In den letzten 2 Wochen hatte ich wegen diverser Verpflichtungen einfach keine Lust für ein Blog-Update. Heute muss es, trotz gedrängtem Terminplan, sein. Auch wenn es nur ein kurzes Blitzlicht wird.

Heute stand der längste Lauf meines Trainingsplans auf dem Programm (30km) und ich hatte mich dazu entschieden noch ein paar Höhenmeter dazuzufügen. Die Strecke führte zunächst zum Kurhaus und über die Taunusstrasse ins Nerotal, wo ich bei Kilometer 7,5km die Nerobergbahn unterquerte. Es folgt ein Anstieg von 10km durch die frühlingshaften Wälder des Taunus bis zum Jagdschloss Platte auf 500m ü.N.N.

Von hier geht es noch ca. 2km bergauf Richtung Taunusstein-Engenhahn, bevor ich auf dem Rhein-Höhen-Weg Richtung Kellerskopf abbiege. Hier liegt nach ca. 500m auch die höchste Stelle der Strecke mit 550m ü.N.N. Anschließend geht es, am Kellerskopf und Naurod-Erbsenacker vorbei, stetig bergab zu den Obstwiesen bei Kloppenheim.

Hier habe ich dann Kilometer 30 erreicht und ein paar Schlenker und Umwege ergeben, dass ich bei 35km am Sportplatz mit meinem Trainingslauf fertig bin.

So und jetzt sind es noch 2 Wochen bis Hamburg. Die Vorfreude wird größer. Ich habe nächste Woche noch einen langen Lauf vor, vielleicht kann ich den ja mit den Borbecker Raketen vor der Zeche Zollverein in Essen starten, @BRGerd hatte sowas getwittert. Wenn’s nicht klappt, laufe ich von Witten aus um den Kemnader See, das sind auch ca. 30km. Auf jeden Fall, kanns am Training nicht liegen, wenn Hamburg nicht klappt. Ich habe aber keine Bedenken, das da was schief läuft.

Zu guter Letzt noch ein Update von meinem Abnehmprojekt: An der Zielmarke vom 1. Mai bin ich mit 77,2kg knapp vorbei geschrammt. In der letzten Woche ist es dann doch wieder etwas mehr geworden, da ich bei einer auswärtigen Schulung exzellent Verpflegt worden bin. Also: Auf zum zweiten Teil des Projekts 72 bis Oktober müssen noch 5kg runter.


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Type: Run – General
Duration: 2:54:10
Distance: 30.15 km

Läufer auf der Theodor-Heus-Brücke

Meine heutige Laufstrecke gehört zu meinen absoluten Lieblingsstrecken. Nicht nur, dass es kaum nennenswerte Steigungen gibt, sondern man passiert entlang des Weges einige Sehenswürdigkeiten. Da die Strecke durch die Stadt führt, hat man auch häufig Begleitung durch anderen Läufer.
Die Strecke liegt nicht ganz an meinem Wohnort, deshalb ist die Möglichkeit das Auto zu parken auch ganz wichtig. Hier gibt es mehrere Alternativen. Ich bevorzuge den Platz am Schwimmbad Maaraue in Mainz-Kostheim. Denkbar ist aber auch das Auto am Biebricher Schloss (geht nur Sonntags ganz früh) oder unter der Schiersteiner Brücke abzustellen.
Die Strecke sollte diesen Sonntag laut Trainingsplan 28km betragen. Für kürzere Streckenlängen lassen sich zwischen Mainz und Wiesbaden auch diverse interessante Streckenvarianten finden. Nach dem Start auf dem Parkplatz laufe ich zunächst nach Westen um den Campingplatz zu umrunden und am Rheinufer Richtung Schwimmbad zu laufen. Das Schwimmbad hatte heute, trotz der zu erwartenden tropischen Temperaturen leider nicht geöffnet, ist aber im Sommer der ideale Platz um nach den Läufen zu entspannen.
Nach ca. 3 Kilometern verlasse ich die Maaraue und laufe am Kostheimer Mainufer zur Brücke nach Ginsheim-Gustavsburg, die ich dann auch überquere.
Hinter der Brücke geht es gleich rechts ab zu Mainspitze. Bei Kilometer 5 überquere ich den Rhein auf der Mainzer Südbrücke. Die Südbrücke ist eine Eisenbahnbrücke mit nebenliegendem Fuß- und Radweg. Anfang letzten Jahres wurde dieser Fuß- und Radweg nach längeren Bauarbeiten wiedereröffnet. Er war vorher so schmal, dass sich kaum zwei Fußgänger begegnen konnten. Dies wurde jetzt korrigiert.

Mainzer "Skyline" von der Südbrücke aus gesehen

Am anderen Ende der Brücke komme ich zum Mainzer Winterhafen. Je nach Jahres- und Tageszeit wird die Uferwiese als Grillplatz genutzt. Ich war allerdings zu früher Morgenstunde unterwegs und die Wiese war leer.
Über die Brücke am Winterhafen führt mich mein Weg am Fort Malakoff vorbei zur Rheingoldhalle und dem Mainzer Rathaus. Im Frühjahr wird die Uferpromenade für die Meenzer Mess genutzt, einem Volksfest mit Riesenrad und Autoscooter.
Ich wechsele über die Theodor-Heuss-Brücke wieder die Rheinseite und komme an der Kasteler-Reduit vorbei. Ich laufe weiter Richtung Westen und unterquere die Mainzer Nordbrücke, die ich auf dem Rückweg benutzen werde, weiter nach Amöneburg. Dieser Teil der Strecke ist allerdings nicht sehr ansehnlich, da er am Zementwerk der Firma Dyckerhoff vorbei führt. Außdem passiere ich die Chemieanlagen des Industrieparks Kahle-Albert, bevor ich an der Biebricher Rheinpromenade am Biebricher Schloss vorbeilaufe.

Schloss Biebrich

Wenige Meter später passiert man das Haus, in dem der Komponist Richard Wagner 1862 die Oper Meistersinger schuf. Die Schritte führen mich zur Schiersteiner Brücke, die letzte Rheinüberquerung für Autos bis Koblenz, um anschließend den Schiersteiner Hafen zu umrunden. Am Wendepunkt habe ich bereits mehr als die Hälfte der Strecke absolviert und mache mich unter den Bäumen der Hafenpromenade des Schiersteiner Hafens auf den Rückweg.

Hafenpromenade am Schiersteiner Hafen

Die Mainzer Nordbrücke oder auch Kaiserbrücke genannt erreiche ich bei Kilometer 22. Hier bleibt eine kleine Pause, da der Brückenaufgang keine Rampe, sondern Treppen hat und man doch einigermaßen außer Puste kommt diese im Laufschritt zu nehmen. Am anderen Ende der Brücke komme ich in den Mainzer Industriehafen, den ich an der Rheinalle umrunde, bevor ich wieder ans Rheinufer komme. Ich überquere den Rheinn ein letztes mal über die Theodor-Heuss-Brücke Richtung Kastel und bin nach 28km wieder auf dem Parkplatz. Kleine Verlängerungen den Strecke sind durch zusätzliche Runden auf der Maaraue immer drin.