Nach dem mein letzter Marathon eher so der “Leidensweg” war, ging es dieses Mal richtig Gut und hat super Laune gemacht. Doch von Anfang an…

Zur 50sten Auflage des RWE Marathons um den Baldeneysee wollte ich unbedingt dabei sein, auch wenn ich dafür den Ausflug meines Lauftreffs in den Harz habe sausen lassen. Am Freitag ging es also mit dem Zug nach Essen. Gerd und Claudia von den Borbecker Raketen haben mich kurz nach der Ankunft per Twitter dazu überredet am Samstag noch mit Schwimmen zu gehen. Ausreden wie “ich habe keine Badehose mit” wurden nicht gelten lassen, da es in Essen seit zwei Wochen einen Decathlon gibt.
Also am Samstag morgen noch eine “wunderschöne” rote Badehose erstanden und zum Schwimmzentrum Rüttenscheid gedüst. Eine Stunde schwimmen gehörte bisher nicht zu meinem regelmäßigen Trainingsprogramm, sodass ich zwischendrin Bedenken hatte, mir für morgen einen gehörigen Muskelkater einzufangen. Es kam nicht so wie befürchtet, ob wohl ich am Sonntag morgen leicht verspannt in der Schulter war.
Gerd hat mich nach dem Schwimmen noch mit zur Startnummernausgabe genommen. Der Plan für Sonntag war, den Marathon in einer Zeit von 4:15 Stunden gemeinsam zu laufen. Gerd und die anderen Borbecker Raketen, wollten Claudia bei ihrem ersten Marathon begleiten.
Den Sonntag morgen habe ich sehr entspannt angehen lassen. Mein Hotel lag in Essen-Werden ca.3 km vom Start entfernt. Die Alternative war eine Station mit der S-Bahn fahren oder die Strecke zu gehen. Ich habe mich dazu entschlossen, einen gemütlichen “Morgenspaziergang” zum Start zu unternehmen. Das Wetter hat sich auch dazu angeboten. Es war etwas frisch (so ca. 6°C) und leicht bewölkt, also ideales Marathonwetter.
Am Startbereich die üblichen Vorbereitungen, Gels einstecken, Brille putzen, Schuhe binden und der obligatorische Gang zum Dixi-Klo. Obwohl ich in Duisburg schlechte Erfahrungen mit den Gels gemacht habe, haben ich dieses Mal wieder darauf vertraut, dass es funktioniert. Denn meine Magenprobleme kamen zwar von den Gels, aber hatten auch sehr viel mit der Hitze an diesem Tag zu tun und das war heute ganz und gar nicht so.
Kurz vor dem Start habe ich dann auch Gerd mit den Borbecker Raketen wieder getroffen und wie haben uns am Zug- und Bremsläufer für 4:15 Stunden orientiert. Pünktlich um 10:00 Uhr ging es auf die 42,195 km. Die Stecke startet in der Nähe des Regattahauses des TUSEM Essen und führt zunächst nach Südwesten Richtung Essen-Werden. Dort überquert das Läuferfeld die Ruhr, um nach einem kurzen Weg durch den Ort auf der Südseite des Sees Richtung Essen-Kupferdreh zu laufen.
Dort ist nach 11 km die zweite Verflegung. Anschließend überquert man auf der Kampmannbrücke zu zweiten Mal die Ruhr. Die Pacemaker-Gruppe, mit der ich unterwegs war, war für die das angepeilete Zeil sehr flott auf der Strecke. Ich hatte zeitweise eine Pace von 5:48 auf der Uhr. Das war in etwas die Pace meines ersten Marathons, den ich dann mit ca. 4:05 beendete.
Am Ende der Kampmannbrücke kommt eine 2,5 km lange Stichstrecke, die die erste von der zweiten Runde unterscheidet. Nach dem man wieder auf die Seerunde eingebogen ist, erreicht man in der Höhe der Zeche Carl Funke die Halbmarathonmarke. Ich war da bei ca. 2:03 und war weiterhin mit meiner Pace sehr zufrieden. Auch meinen Begleitern ging es zu dieser Zeit noch recht gut.
Bei Kilometer 23 erreicht man wieder den Start in der Höhe des TUSEM Regattahauses. Gegenüber des letzten Marathons habe ich mit in Sachen Gels eine andere Vorgehensweise übergelegt. Anstelle bei Halbmarathon und km 30 ein Gel zu mir zu nehmen, wollte ich dies auf km 25 und 33 hinausschieben.
Mein Plan ist dieses Mal voll aufgegangen und außerdem habe ich von den Gels keine Magenprobleme bekommen. Dies lag höchstwahrscheinlich daran, dass die Temperaturen an diesem Tag im gemäßigten Bereich lagen, bei Hitze hätte ich bestimmt wieder Probleme bekommen.

Im Ziel

Ab ca. Kilometer 28 wurden meine Belegleiter auch etwas langsamer und wir verloren den Anschluß an die Pacemaker-Gruppe. Ich hörte nur hinter mir die Kollegen Claudia zu motivieren wieder an die Gruppe aufzulaufen, allerdings hatte sie selbst zu kämpfen, so dass sie den Versuch ablehnte. Ich fühlte mich noch frisch genug, so dass ich mir vorgenommen habe, in den nächsten 2 bis 3 Kilometern den Anschluss wieder herzustellen.

Ungefähr einen Kilometer vor der vorletzten Verpflegung im Essen Kupferdreh hatte ich die Ballons wieder eingeholt. Die Durchschnittspace lang nach meiner Uhr immerhin noch bei 5:54. Bis ca. Kilometer 38 war ich immer noch den Ballons der Pacemaker auf den Fersen, bis denen auffiel, dass sie eigentlich viel zu schnell sind und plötzlich langsamer wurden. Also ließ ich die Pacemaker hinter mir und machte mich alleine auf den Weg ins Ziel. Es ist erstaunlich, wie viele Leute ich noch auf den letzten vier Kilometern überholt habe.
Die Zwischenzeit bei 40 km zeigte eine Bruttozeit von exakt 3:59:00, sodass ich mit Hoffnungen auf eine Zeit um 4:10 machte. Am Ende stand eine 4:10:49 auf der Uhr, die durch die offizielle Zeitnahme noch zu einer 4:10:51  korrigiert wurde. Froh und Glücklich ließ ich mir das Bier im Zielbereich schmecken.
Claudia hat dann, begleitet von Gerd und Tobias ihr Marathondebut mit eine 4:18 absolviert. Ich wüsche ihr auf diesem Wege beste Erholung und bedanke mich bei Gerd und den anderen Borbecker Raketen für die tolle Begleitung an diesem Marathonwochendend.

Heute war der Höhepunkt des Trainingsplans für den Ruhr-Marathon in Essen mit dem langen 35km-Lauf. Ich habe mir dafür eine besondere Strecke ausgedacht. Wenn man in einer Gegend wohnt, in der andere Leute zum Urlaub machen hin fahren, sollte man das auch ausnutzen. Der Wetterbericht für heute sagte ein wunderbares Frühherbstwetter voraus und der Plan war von Rüdesheim nach Hause nach Wiesbaden zu laufen. Nach Rüdesheim kommt man sehr einfach mit dem Zug.

Adlerturm Rüdesheim

Ich startete also kurz nach 9 Uhr am Bahnhof von Rüdesheim zu meinem 35er. Nach 500m Laufstrecke komme ich dann schon an der Touristen-Attraktion vorbei, für die Horden von Japanern um die halbe Welt jetten, die Drosselgasse.  Dafür habe ich jetzt kein Auge und außerdem gibt es im Rheingau viele interessantere Plätze als die Drosselgasse. Doch davon später mehr.

Mein Elan wird kurze Zeit später durch das Verkehrsmittel gebremst, dass mich bis hierher gebracht hat. Wegen eines Güterzuges ist die Schranke am Adlerturm geschlossen. Güterzüge sind allerdings seit Jahren auf Grund der Lärmbelästigung ein Ärgerniss für die Bewohner des Rheingaus und des Mittelrheintals.

Das war dann aber auch für längere Zeit die einzige Unterbrechung meines Laufelans. Nach ca. 2 km komme ich am Yachthafen von Rüdesheim an den Ruinen der Hindenburgbrücke vorbei. Die Hindenburgbrücke war eine Eisenbahnbücke über den Rhein, die im zweiten Weltkrieg zerstört wurde und nicht mehr aufgebaut wurde. Sie wäre die einzige Brücke über den Rhein zwischen Wiesbaden und Koblenz.

Oestricher Kran im Nebel

Das klare, kühle Wetter fühlte sich heute sehr gut an und meine Pace war mit ca. 5:50 min/km so wie ich es mir auch für den Marathon in 14 Tagen vorstelle. Hinter Geisenheim komme ich dann am Schloss Johnannisberg, dass  ich links am Berg kleben sehen, vorbei. Weiter geht mein Schritt Richtung Oestrich-Winkel, dessen Wahrzeichen, der Kran aus dem Mittelalter, noch immer im Nebel steht. Die kühle Luft und das warme Wasser des Rheins erzeugen eine unheimliche Lichstimmung.

Weinstand Hattenheim

Nach insgesamt 11 Kilometern komme ich an meinem absoluten Lieblingsplatz am Rhein vorbei, dem Weinstand in Hatttenheim. Hier kann man bei einem guten Tropfen an einem sonnigen Tag die Seele baumeln lassen in dem man den Schiffen auf dem Rhein zuschaut. Heute hatte ich allerdings für solche Mußestunden keine Zeit.

Rheinufer Eltville

Die Hälfte der Strecke habe ich in Eltville absolviert. Charakteristisch  ragt der Turm von Burg Grass in die Höhe. Von hier sind es noch 10 km bis zum Biebricher Schloss. Über Walluf und dem Schiesteiner Hafen komme ich nach ca.2 3/4 Stunden dort an. Über die letzten Kilometer konnte ich allerdings meine anfängliche Pace nicht mehr halten. Die Durchschnittspace bewegte sich mit 6:15 min/km im Bereich meiner Vorstellungen.

Ab dem Biebricher Schloss verlasse ich das Rheinufer und es beginnt der unangenehme Teil der Strecke. Bis hierher gab es einem moderaten Anstiegt von ca. 20 m überwinden, auf den letzten 7 km allerdings nochmal ca. 150 m, davon allein 50 m auf den letzten 2 km. Ich lief auf dem Grundweg Richtung Grundmühlweg und dann zum Mosbacher Berg. Hier musste ich dann allerdings eine kleine Gehpause einlegen, da die Steigung doch steiler war, als ich es in Erinnerung hatte.

Schlosspark Biebrich

Die letzten 5 km verliefen Quer durch die Wiesbadener Innenstadt, vorbei am Kurhaus und durch den Kurpark. Wobei ich sagen muss, dass der Weg durch das Aukammtal gegen Ende schon sehr hart war und von einigen Gehpausen geprägt war. Nach 3:45 h war ich von meinem Trainingslauf wieder zu Hause und freue mich auf die kommende Herausforderung beim Ruhr Marathon in Essen. Zur Entspannung habe ich nachher den TV-Bericht vom Berlin Marathon gesehen und so ein Bisschen ist bei mir der Wunsch aufgekommen im nächsten Jahr selbst dabei zu sein. Mal sehen was sich ergibt.

Um 4.00 Uhr aufstehen ist schon ziemlich hart, aber was danach kommt ist noch viel härter. Ich hatte mich für den Nürburgringlauf angemeldet und das heißt zunächst früh aufstehen. Als ich am Ring ankam waren es 11° und der Nebel trieb sich um die Boxenanlagen der Rennstrecke. Ich hatte noch reichlich Zeit für die üblichen Startvorbereitungen. In dem Getümmel der Läufer habe ich auch noch Gerd und Tobias aus Essen getroffen. Später in der Staraufstellung habe ich noch ein paar Worte mit @laufmeister (hier sein Blog-Bericht) gewechselt. Da die letzten Trainings nicht so besonders gut liefen, habe ich mir etwas Sorgen gemacht. Eine Zeitvorstellung hatte ich nicht wirklich, da ich das Höhenprofil der Strecke kannte. Im Mai in Berlin liefen die 25 km mit 2:13 sehr gut, aber dort ist die Strecke so gut wie flach.

Nach dem Start wird zunächst auf der Grand-Prix-Strecke gelaufen. Vor Ort hat man erst den richtigen Eindruck, wie steil es an vielen Stellen, die man aus den Rennübertragungen im Fernsehen kennt, ist. Zu beiden Seiten der GP-Strecke campten die Rad- und MTB-Teams für das nachmittags stattfindende Event “Rad am Ring”.

Gerd und ich in der Ringarena

Ich hatte mir vorgenommen es langsam angehen zu lassen und war mit der anfänglichen Pace von 5:50 ganz zufrieden. Nach 3 km biegt man dann auf die Nordschleife ein und die grüne Hölle beginnt. Es ging erst einmal steil den Berg hinab, bevor es auf ein ständiges Auf und Ab durch die Eifel geht. Bei Kilometer 4 hatte ich dann einigermaßen einen Rhythmus gefunden und das Läufen machte so richtig Spaß.

Vor dem Start

Langsam spürte ich allerdings, dass ich vor dem Start einmal zu wenig auf der Toilette war und ich gezwungen war einen keinen “Boxenstopp” in den Büschen einzulegen. Kurz nach dem Boxenstopp bei Kilometer 8 beginnt dann der Streckenteil, der mir den wahnsinnigen Muskelkater eingebrockt hat. Es geht von dort bis Breitscheid auf einer Strecke von 3 Kilometer ca. 300 Höhenmeter bergab. Danach folgt allerdings der anstrengende Teil der Strecke.

Karussel

Hinter Breitscheid ist zunächst ein Anstieg, der für normal trainierte Freizeitläufer eine Höchstschwierigkeit ist. Ungefähr bei der Hälfte hatte ich einen Puls von 162, was für mich der rote Bereich ist und ich für den Rest eine Gehpause einlegen musste, um wieder runter zu kommen.
Die anschlie

ßen den Steigungen bis zur Hohen Acht, die das gleiche Niveau wie der Start hat, sind ebenfalls von einigen Gehpausen begleitet.

Die Hohe Acht liegt bei Steckenkilometer 16, so dass hier noch 8 Kilometer bis zum Ziel sind. Es setz sich hier die Berg- und Talfahrt, die ich schon von den ersten Kilometern kannte fort. Allerdings war ich bei jeder neuen Steigung angestrengter. Wenn man dann kurz nach Kilometer 20 auf die Döttinger Höhe kommt, glaubt man am Ende der etwa 2 Kilometer langen Gerade schon fast das Ziel zu sehen. Leider ist das ein Trugschluss. Auf dem letzten Kilometer, der sich in einer S-Kurve den Berg hoch schlängelt sind noch einmal ca. 50 Höhenmeter zu bewältigen, bevor man auf die Zielgerade kommt. Vor hier noch ca. 700 m und die Quälerei ist geschafft. Mit 2:38:14 war ich endlich im Ziel. Die Zeit spielte am Ende keine Rolle mehr und so fertig, war ich keinem Lauf, selbst nach dem Hitzemarathon in Duisburg nicht.

Döttinger Höhe

Vorteilhaft war, das es in der Ringarena ordentlich warme Duschen gab. Leider war die Umkleide etwas klein, so dass sich die meisten auf dem Gang umgezogen haben. Das Bezahlsystem an den Kiosken mit der Ringcard ist allerdings nicht so ganz schlüssig, dass man eine Plastikkarte bei einem Mitarbeiter vor dem Kiosk aufladen muss, dann mit dem Plasikgeld zu bezahlen und an einer anderen Kasse das zuviel aufgeladene Geld wieder ausgezahlt zu bekommen, ist jetzt aus Kundensicht nicht gerade Effektiv zu nennen. Aber hier fängt dann eine Grundsatzdiskussion an, die ich hier nicht führen möchte.Ich habe mir noch eine dicke Portion Currywurst mit Pommes gegönnt, bevor ich den Nachmittag in Bonn habe ausklingen lassen. Davon könnt ihr bald in meinem anderen Blog lesen.

Der Hessentag findet seit 52 Jahren in unterschiedlichen hessischen Städten statt und soll das Gemeinschaftsgefühl der unterschiedlichen hessischen und zugewanderten Bewohner fördern. Ganz nach dem Motto des früheren hessischen Ministerpräsidententen Georg August Zinn “Hesse ist, wer Hesse sein will”. Anlässlich des letzten Hessentages in Oberursel fand erstmalig ein Hessentagslauf statt. Die Macher des diesjährigen Hessentags in Wetzlar wollten das erfolgreiche Experiment ihrer Vorgänger fortführen und für die Laufsporrtfreunde in Mittelhessen ebenfalls ein attraktives und anspruchsvolles Angebot machen. Bei der Planung diese einmaligen Laufereignisses mussten auch besonders die verkehrsmäßigen Einschränkungen der mehr als einwöchigem Großveranstaltung berücksichtigt werden.

Herausgekommen ist meiner Meinung nach eine sehr gelungene Laufveranstaltung, die dem Rahmen des Hessentages angemessen ist. Die Organisatoren des Team Naunheim haben eine anspruchsvolle und landschaftlich attraktive Strecke für den Hessentagslauf 2012 zusammengestellt. Es wurden zwei Wettbewerbe, ein Halbmarathon und 10 km-Lauf, angeboten. Beide Strecken starteten im Wetzlarer Stadion auf der Lahninsel und führten hinter dem Neuen Rathaus Richtung Steindorf. Nach ca. einem Kilometer biegt die Strecke nach links ab und es beginnt eine 3 Kilometer lange Steigung, die ca 140 Höhenmeter beträgt. Bei Kilometer 3 befindet sich das Ausflugslokal Magdalenenhausen. Hier haben die Organisatoren den ersten Erfrischungspunkt platziert. Dies ist auch besonders notwendig, da der nachfolgende Kilometer der steilste der gesamten Strecke ist.

Bei Kilometer 4 hat man bereits den Gipfel des Kurses erreicht. Außer zwei kleinen Anstiegen bei Kilometer 5,5 und kurz vor dem zweitem Erfrischungspunkt am Hofgut Magdalenenhausen geht es von nun an bergab. Die Halnmarathonis hattten von hierab noch eine weitere Schleife zu absolvieren. Die Strecke bis zum Hofgut bestand aus einer breiten asphaltierten Strasse, anschließend folgte ein Stück Betonweg, der ein Überbleibsel aus der ehemaligen Nutzung des Geländes als Truppenübungsplatz ist. Die restlichen Wege waren gut laufbare Feldwege. Ich startete am Frohenleichnamsdonnerstag auf der 10 km-Strecke.

Ich bei Kilometer 7.
Quelle: hessentagslauf-bilder.de, ISA GmbH, Biebertal


Durch die Streckeninformationen, die die Veranstalter auf ihrer Homepage veröffentlicht hatten, war mir bewußt, dass es heute nicht um irgendeine Bestzeit gehen kann, sondern einfach nur um dabei zu sein und Spaß zu haben. Ich hatte am Sonntag zuvor bei Stadtlauf in Frankfurt eine 51:25 auf 10 km erreicht und verspürte ein leichtes zwicken im linken Oberschenkel, sodass sich meine Erwartungen in Grenzen hielten. Das Wetter war zum laufen ideal. Der Himmel war bedeckt und wie man an dem Bild unten sehen kann war es leicht diesig. Die Temperaturen waren mit ca. 17-18° nicht zu hoch und es blieb während des Laufes trocken. Ich bin für meine Verhältnisse sehr gut die Berge hinaufgekommen und mit einer Zeit von 52:28 sehr zufrieden.

Zurück im Stadion freute ich mich über die Verpflegung im Zielbereich, es geht doch nichts über eine Brauerei unter den Sponsoren. Auch des Infrastruktur gab es nichts auszusetzen. Umkleidekabinen und Duschen waren in ausreichender Anzahl vorhanden. Alles in allem ein gelungenes Event, das hoffentlich bei den folgenden Hessentagen seine Nachahmer findet.

Leider habe ich von diesem Even keine eigenen Bilder, da mir kurz vor dem Start meine Knipskamera heruntergefallen ist. Ich empfehle deshalb die Bildergalerien Lahn-Dill-Live.de und den Bericht auf Laufreport.de. In der Giessener Allgemeinen stand ebenfalls ein schöner Artikel vom Hessentagslauf. Und ich habe mein Bild des Bilderdienstes Hessentagslauf-Bilder.de erworben.

Ja, Hoffnungen hatte ich mir schon gemacht. Die Wettkampfzeiten im Vorfeld waren gar nicht so schlecht und ich habe mich gut gefühlt. Einzig der Blick auf die Wettervorhersage ließ mich zweifeln. Sollte es wirklich am Sonntag 26° werden?

Schon beim Abholen der Startnummer im schicken Buisnessbereich der MSV-Arena bekam ich Schweißausbrüche. Die Sonne brezelte vom Himmel, dass das T-Shirt klebte.

Die Veranstalter hatte vorsorglich schon den Start auf 9:20 für den Marathon angesetzt. Und zum Start stellte ich mir eher die Frage, ob die dunklen Brillengläser die richtigen seien oder ich nicht doch die orangen einsetzen sollte. Es war wolkig und meiner Einschätzung nach ca. 18° als sich das Feld mit ca. 1000 Läuferinnen und Läufern auf der Duisburger Kruppstrasse auf den Weg über die 42,195 km machten. Zuvor um 9:00 waren bereits die ca. 3000 Halbmarathonis auf die Strecke gegangen.

Ich peilte eine Zeit so um 3:55 an und bin wie immer mit einer 5:22er Pace etwas zu schnell angegangen. Die Laufstrecke führt zunächst Richtung Hauptbahnhof und von dort Richtung Innenstadt. Cool fand ich, die Kapelle des Stadttheaters, die ein Stück aus der Oper “Carmen” anstimmte, das dort zur Zeit auf dem Spielplan steht. Weiter ging es durch den Innenhafen, wo Kilometer 5 und die erste Verpflegungsstelle passiert wird.

Bei Kilometer 8 überquere ich die Ruhr und laufe durch das Gelände des Duisburger Hafens. Mit meiner Pace war ich zu dieser Zeit sehr zufrieden. Ich hatte eine 10km Durchgangszeit von 0:54:??. Kurze Zeit später biegt die Strecke ab nach Obermeiderich und führt über Meiderich und Ruhrort zur Rheinbrücke. Bis hierher ging es mir auch recht gut und die Pace stimmte auch. Ich bin etwas langsamer geworden, so dass alles im geplanten Bereich war. Am Ende der Brücke sollte Kilometer 18 erreicht sein und kurz danach war ein Verpflegungspunkt. Ich hatte geplant hier mein erstes Gel zu mir zu nehmen, denn Gels hatte ich bisher im er ganz gut vertragen. Diesmal allerdings nicht, doch davon später mehr.

Nach dem ich das Wasser an der 19 Kilometer-Verpflegung getrunken hatte, rumorte es in meinem Magen. Mich beschlich so das leichte Gefühl, dass es heute doch kein so gutes Ende geben würde wie erhofft. Als die Halbmarathon-Marke erreicht war, war ich mit einer Zeit von 1:56 noch voll im grünen Bereich. Dies hielt allerdings nicht lange an, da just zu diesem Moment der Himmel aufriss und herrlicher Sonnenschein zu Tage trat. Damit wurde es auch allmählich wärmer, was meinem Tempo gar nicht gut Tat.

Die folgenden Kilometer hatte ich eine Pace von ca 5:50 bis 6:10. Ich hatte die Hoffnung den Marathon noch einigermaßen gut über die Bühne zu bekommen. Allerdings meldete sich immer öfter mein Magen mit einem komischen Grummeln. Ich versuchte bei der nächsten Verpflegung mit Banane gegenzusteuern, denn das hatte zuletzt in Bregenz etwas Linderung gebracht. Diesmal allerdings nicht!

Am Ende der zweiten Rheinbrücke, also ungefähr Kilometer 27, hat mich dann die Gruppe um den Zug- und Bremsläufer für 4:00 Stunden überholt. Etwa einen Kilometer später an der Ecke zur Düsseldorfer Strasse (Kilometer 28) waren die Magen-und Verdauungsprobleme so schlimm, dass ich das Dixi-Klo aufsuchen musste. Von da ab war mir auch jede Zeit egal, Hauptsache einigermaßen ins Ziel kommen.

Zusätzlich machte eine aufkommende Schwüle das Läufen nicht angenehmen. Ungefähr ab Kilometer 30 musste ich häufig Gepausen einlegen, da sich so langsam mein linker Oberschenkel krampfhaft bemerkbar machte. Die 30 Kilometer Durchgangszeit lag bei 3:30 und ein ebenfalls mit Problemen kämpfender Mitläufer raunte mir zu: ” … wenn wir jetzt stramm gehen, sind wird bei 4:30 im Ziel.” Aber so einfach war das nicht mehr.

Eine Zeit lang lief ich in der Nähe eines großgewachsenen Triathleten vom AS Neukirchen-Vlyn. Irgendwann, ich schaute in einer Gehpause gerade zu ihm rüber, sagte er “Blöde Idee!”. Nach und nach überholten auch die Pacemaker-Gruppen für 4:15 und 4:30 und ich war immer noch nicht im Ziel. Die 4:30er-Gruppe überholte mich allerdings erst bei Kilometer 41. Die Gruppe war schnell außer Sichtweite, ich konnte mich aber jetzt endlich für die letzten 1,2 km aufraffen durchzulaufen.

Kurze Zeit später kommt auch die MSV-Arena in den Blick. Durch das Spalier des Biersponsoren und ins Stadtion mit den letzten Kräften und die letzte halbe Runde gelaufen. Am Ende habe ich für mich eine 4:30:56 gestoppt, aber angesichts der zweiten Hälfte war das auch ziemlich nebensächlich. Ich habe eine halbe Stunde beim alkoholfreien Weizen eines der Sponsoren gebraucht, um mich von der Anstrengung zu erholten. So langsam war auch mein Magen wieder gut zu mir.

Ein Vorteil der sehr gut organisierten Marathons in Duisburg ist, dass es durch die zahlreichen Sportstätten an der Wedau keinen Mangel an Duschen und Umkleidekabinen gibt. Eine Besonderheit ist dabei das Regenerationsschwimmen, dass in der Schwimmhalle neben der Arena stattfindet. Ich habe die Gelegenheit genutzt und bin von dem Duschen noch zwei Bahnen “ausgeschwommen”. Nachteilig fand ich, dass die Verpflegungsmöglichkeiten in Zielnähe ich besonderes zahlreich waren. Dabei meine ich nicht Wasser, Iso, Bier und Bananen für die Läufer im Ziel, sondern ich hätte gerne noch eine Bratwurst oder ein Stück Kuchen gegessen, aber die Bedienung im Biergarten der Seeterasse war bei dem Ansturm von Läufern und Besuchern leider etwas überfordert.

Der Zuschauerzuspruch auf den ersten 10 Kilometern ließ stark zu wünschen übrig. Dies war vorallem der frühen Startzeit geschuldet. Richtig toll war die Stimmung erst in den linksrheinischen Stadtteilen. Bei den anderen Stimmungsnestern kann nicht nicht mehr soviel sagen, da ich ab Kilometer 30 mehr mit mir selbst beschäftigt war  und die Zuschauer nur am Rande wahrgenommen habe.

Jetzt im Abstand von 5 Tage bin ich langsam über das “schlechte” Ergebnis hinweg und mache schon Pläne für den nächsten Marathon. Ich denke es wird mich wieder an die Ruhr ziehen. Im Oktober findet zum 50. Mal der Ruhr Marathon um den Baldeney-See statt und da will ich dabei sein.

In meinen letzten drei Blogposts habe ich von der re:publica 12 berichtet. Was liegt näher, wenn man sich zu dieser Zeit in der Marathonvorbereitung befindet und noch ein paar lange Läufe vor sich hat? Man sucht sich einen langen Wettkampf in der Urlaubsgegend und hat gleich noch einen Anlaß für einen Blogbericht.

Die Strecke das BIG 25 beginnt am Olympiastadion und führt durch den Tiergarten, vorbei an der Siegessäule, durch das Branderburger Tor, um den Gendarmenmarkt und zurück ins Olympiastadion. So gesehen ist es eigentlich 25 km Sightjogging durch Berlin. Von der Zielzeit habe ich mir nichts besonderes vorgestellt. Denn Christina, die mir den Trainingsplan geschrieben hat, hat mir zwei Tage zuvor ein recht heftiges Intervalltraining auf den Plan gesetzt. Mit einer 2:17 wäre ich echt zufrieden gewesen.

Die Startnummern gab es Tags zuvor im Karstadt Sport am Kurfürstendamm. Die Finisher-Shirts waren zugegebenermaßen relativ hässlich, aber was soll’s. Es gab in dem Laden Powerbar Gels im Sonderangebot, so dass ich mich gleich mal für die nächsten Ereignisse eingedeckt habe.

Das Wetter zum Start war gelinde gesagt recht schattig. Bei fluffigen 6° und bedecktem Himmel habe ich mich für den Lauf fertig gemacht. Da ich mit etwas anderem Wetter gerechnet habe, hatte ich nur kurz Laufkleidung dabei. Im Nachhinnein war ich über die frischen Temperaturen gar nicht so traurig, denn wenn es kühl ist, läuft es erheblich besser.

Pünktlich um 10 Uhr fiel der Startschuss und da Läuferfeld setze sich in Bewegung. Ich lief mit ca. 10.000 anderen Teilnehmern die Olympische Strasse und dann die Reichsstrasse hinunter. Nach ca. 2 km schaute ich da erste Mal auf die Uhr und stellte fest, dass ich erheblich vor meinem Zeitplan lag. Ich fühlte mich gut und hatte so keine Veranlassung langsamer zu werden. Die folgenden 2 Kilometer gingen auch leicht bergab, so dass ich noch etwas schneller wurde.

Hier hat mich dann auch @Feuerraeder überholt. Er hat mich dank meines Twitterlauftreffshirts gleich erkannt. Ich musste allerdings etwas rätseln, da ich das Gesicht nicht gleich einem Ava zuordnen konnte. Seinen Laufbericht könnt ihr hier lesen. @Feuerraeder war auf der Halbmarathondistanz unterwegs.

Am Beginn des Bezirks Tiergarten wurde die Strecke wieder flacher. Ich umrundete die Siegessäule und konnte gerade noch am Strassenrand den Berliner Bären fotografieren. Kurz danach bogen die Halbmarathonis am kleinen Stern nach rechts ab. Für die 25km-Läufer ging es weiter durch das Brandenburger Tor, den Pariser Platz und der Strasse Unter den Linden. Hier war auch Kilometer 10 erreicht. Ich drückte mir ein mitgenommenes Gel in den Mund und trank an der folgenden Verpflegungsstelle reichlich Wasser, um dem klebrigen Geschmack aus dem Mund zu bekommen.

Der Wendepunkt der Strecke war die Umrundung des Gendarmenmarktes. Von hier aus ging es über die Leipziger Strasse, Potsdamer Platz, am Tiergarten vorbei Richtung Kurfürstendamm. Irgendwo zwischen Wittenberg Platz und Ku’damm muss ich dann auch Jörn fotografiert haben. Jörn läuft barfuß, was mir ehrlich gesagt erst aufgefallen ist, als er sich bei mir gemeldet hat. Jörn hat hier seinen Bericht vom BIG 25 veröffentlicht.

Meine Pace war gut als ich mit dem Läuferfeld in die Kantstrasse in Charlottenburg einbog. So gegen Ende, wenn die Strasse dann Neue Kantstrasse heißt, geht es Richtung ICC leicht bergauf. Obwohl die Steigung nicht sehr steil ist, merkte ich deutlich, dass ich langsamer wurde. Es war nicht dramatisch und mit der Halbmarathonzeit, die am Theodor-Heuss-Platz erreicht war, war ich mit 1:52:37 nur ca. 20 Sekunden langsamer als in Venlo.

Langsam wurden allerdings meine Schritte schwerer und ich erwartete das Ziel. Zwei Kilometer nach der HM-Markierung kommt das Olympiastadtion wieder ins Blickfeld. Eine kurze Runde noch um den Olympischen Platz und die Jesse-Owens-Allee und ich laufe durch das Marathontor in das Olympiastadion ein. Ein halbe Runde auf der blauen Stadionbahn und es ist geschafft. Am Ende stand eine 2:13:50 auf der Uhr und ich war glücklich ca. 3 Minuten vor meiner geplanten Zeit durchs Ziel gelaufen zu sein.

Das Wetter im Ziel war immer noch recht frisch und die Duschsituation nicht so besonders toll, sodass ich beschlossen habe mir nur trockene Sachen anzuziehen und im Hotel zu duschen. Alles in allem hätte der Lauf mehr Zuschauer an der Strecke vertragen können, zum Teil waren die Läufer dann doch unter sich auf der Strecke. Wenn sich die Gelegenheit ergibt, bin ich im nächsten Jahr gerne wieder dabei, da es sich gut als Vorbereitungslauf eignet.

Zur Vervollständigung meines Projekts stand am vergangenen Wochenende der Halbmarathon beim Venloop in Venlo in den Niederlanden an. Im letzten Jahr hat mir bereits Gerd von den Borbecker Raketen auf Facebook von der tollen Stimmung an der Strecke berichtet und in diesem Jahr wollte ich es selbst erleben.
Ich hatte mein Quartier kurz vor der Grenze in Kaldenkirchen aufgeschlagen und bin nur für den Lauf kurz mit dem Zug nach Venlo gefahren. Am Tag vorher findet die Startnummernausgabe in der Buisness-Lounge des Stadions “de Koel” statt. Hier ist vielleicht ein kleiner Kritikpunkt an eine alles in allem gut organisierten Veranstaltung zu sehen. Die Lounge ist für die 13000 angemeldeten Läufer doch etwas beengt und bei der Anzahl der vorbestellten Shirt war man etwas zu knapp, sodass am Sonntag einige Größen nichtmetrisch verfügbar waren.
Die Veranstaltung umfasst, neben dem Halbmarathon und einem 10km-Lauf, auch einen 5km-Firmenlauf und mehrere Kinderläufe. Der Zeitplan ist sehr straff durchorganisiert, nach den Kinderläufen am Sonntagvormittag geht es um Punkt 12 auf die 10km-Runde. Da der Start zum Halbmarathon erst 105 Minuten später ist, hatte ich genügend Zeit mit das Treiben in der Staraufstellung zu beobachten. Unter lauten Technoklängen wurden die Läufer durch Cheerleader, die auf kleinen Gerüsten an den Seiten tanzten zum Warm-up animiert.
Vor dem Start zum Halbmarathon hatte ich noch Zeit Gerd und Markus zu treffen, bevor ich mich in den Startblock begab. Wie bei allen größeren Läufen gab es einen Einteilung nach Zielzeit. Ich hatte mir eine 1:55 ausgerechnet, insgeheim aber mit einer schnelleren Zeit geliebäugelt.
Nach dem Startschuss unter Konfettiregen dauerte es allerdings ca. 5 Minuten bis ich zur Startlinie kam. Es lief von Anfang an sehr gut. Ich konnte eine Pace von 5:10 gehen und hatte noch den Blick für einige Fotos. Der erste Kilometer ging durch die Altstadt von Venlo, in der die Zuschauer in Dreier- oder Viererreihen an der Strecke standen und die Läufer anfeuerten.
Nach einem kleinen Schlenker zum Maasufer ging es durch die Vorortbezirke von Venlo nach Süden Richtung Tegelen. Bei Kilometer 6 unterquert man die Autobahn. Bis hier hin war meine Pace besser als ich mir ausgerechnet habe, zeitweise lag ich sogar auf Bestzeitkurs. Über die gesamte Strecke war der Zuschauerzuspruch enorm und sogar durch häufiges Stimmungsnester an der Strecke verstärkt.
Ca. ab Kilometer 8 merkte ich allerdings, dass mein ursprünglich angeschlagenes Tempo etwas zu schnell war und meine Pace verlangsamte sich auf ca. 5:20-5:25. Bei Kilometer 10 dreht die Strecke wieder nach Norden. Ich hatte mit vorgenommen kurz vor dem Verpflegungspunkt bei Kilometer 11 ein Gel zu mir zunehmen. Das war besonders wichtig, da ich vergessen hatte mir die Bananen zum Mittagesssen einzupacken und demnach seit dem Morgen noch nichts gegessen hatte.
Bei Kilometer 13 überquert die Strecke parallel zur Autobahn die Maas. Dies war die einzige Stelle, wo lokationsbedingt der Zuschauerzuspruch etwas geringer war. Ich konnte im weiteren meine Pace halten während es durch die westlichen Vororte von Venlo ging.
Auch der Hammerman, den ein Sponsor bei Kilometer 17 an die Stecke gestellt hat, konnte mir nichts anhaben. Zwischen Kilometer 19 und 20 ging es parallel zur Eisenbahn wieder über die Maas Richtung Altstadt von Venlo, die immer noch proppenvoll mit Zuschauern war. Die Anfeuerungen der Zuschauer hat mich so gepusht, dass ich den letzten Kilometer in 4:57 absolviert habe. Im Ziel stand eine 1:52:11 auf meiner Uhr. Die offizielle Zeitnahme sagte dann 1:52:16, ich hatte wieder vergessen, die Autostopp-Funktion auszuschalten.
Mit einem erfreulichen Formtest und vielen schönen Eindrücken habe ich nach einem kurzen Shakehands mit Gerd im Ziel den Heimweg angetreten. Die Zeit von 1:52 könnte, wenn alles gut läuft auch eine sub 4 beim Rhein-Ruhr-Marathon in Duisburg geben. Wenn es bei den BIG 25 Anfang Mai in Berlin so gut läuft wie jetzt, bin ich ganz optimistisch.

Zum Schluß noch der Link zur Bildergallerie vom Venloop 2012.

 

Nachtrag 04.04.2012:

Ich habe die Videohighlights ganz vergessen.

Als vor einigen Tagen runHerneeiswürfelimsch und andere auf Facebook zum Themenlauf “Foto-Lauf(Love)-Story” aufgerufen haben, habe ich natürlich begeistert zugestimmt und dem Lauftag entgegengefiebert. Meine Strecke von heute ist jetzt nicht die, die ich immer Laufe. Aber zu diesem Anlass habe ich mir einen Parcours ausgedacht, der einige der Besonderheiten meiner jetzigen Heimat verbindet.
Kurhaus WiesbadenIch starte bei bedecktem Himmel und ca. 8° in der Rheinlandstraße in Bierstadt und laufe durch das Wohngebiet Richtung Sonnenberg. Nach ca. 2,5 km kann ich einen kurzen Blick auf die Burgruine Sonnenberg erhaschen. Ich biege kurz hinter dem Hofgartenplatz in den Wiesbadener Kurpark ein. Nach ca. einem Kilometer läuft man auf der Strecke, die im August Teil des 70.3 Ironmans in Wiesbaden ist. Am Ende des Kurparks befindet sich das Kurhaus. Ich umrunde das Kurhaus und befinde mich auf dem Bowling Green . Dieser Platz zwischen Staatstheater und Kurhauskolonaden (hier befindet sich das Casino) wird auch von Zeit zu Zeit als Konzertarena genutzt.
Schlossplatz WiesbadenNur eine kurze Wegstrecke ist notwendig und ich stehe auf dem Schlossplatz. Das Ensemble von Stadtschloss, altes und neues Rathaus, sowie Marktkirche ist das zentrale Bild von Wiesbaden. Im Stadtschloss der nassauischen Kurfürsten befindet sich heute der hessische Landtag. Meine Laufstrecke führt mich Richtung Süden über den Luisenplatz zum Hauptbahnhof. Ich steige aber nicht in einen Zug, sondern biege nach rechts ab, um am Landeshaus vorbei Richtung Biebrich zu laufen.

Schlosspark BiebrichBei Kilometer 11 betrete ich den Biebricher Schlosspark. Der Park, der im Stil eines englischen Landschaftsgartens angelegt ist, beherbergt an Pfingsten das traditionsreiche Reitturnier. Am Ende des Schlossparks, direkt am Rheinufer befindet sich das repräsentative Schloss Biebrich.
Ich biege nach links ab und laufe am Rhein entlang Richtung Mainz. Hier wird die Strecke allerdings etwas unansehnlich, denn der Industriepark Kalle-Albert und das Zementwerk Dykerhoff säumen den Weg. Es sind noch vier Kilometer bis ich auf der Theodor-Heuss-Brücke den Rhein Richtung Mainz überquere.
Mainzer DomIn einer kurzen Schleife umrunde ich den Mainzer Dom, bevor ich zurück nach Kastel laufe, um mich mit der S-Bahn auf den Heimweg zu machen. 22,5 km und einige Fotos habe ich von diesem schönen Sonntagslauf mitgebracht. Da meine Marathonvorbereitung noch in vollem Gange ist, bin ich an dieser Stelle schon am überlegen, wohin mich meine Laufstrecke in der nächsten Woche führen wird. Bestimmt werde ich hier wieder davon berichten.


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Vielleicht sollte ich zunächst erklären, was mit ARQUE gemeint ist und was der Sinn des ARQUE-Laufs ist? Hinter ARQUE verbirgt sicht die Arbeitsgemeinschaft für Querschnittsgelämte Rhein-Main-Nahe e.V., die zum Sammeln von Spenden über das Jahr verteilt diverse ausdauersportliche Veranstaltungen organisiert. Eine davon ist der jährlich im November stattfindende ARQUE-Lauf oder seit dem letzten Jahr ARQUE bike & run. Der Lauf führt über 34,7 km von Kelkheim über Hofheim, Försheim und Kastel zum Liebfrauenplatz am Mainzer Dom. Die Biker haben die Möglichkeit die Strecke einfach oder hin- und zurück zu absolvieren und kommen bei der vollen Distanz auf 75 km. Der Lauf erfolgt in geführten Gruppen je nach Pace zwischen 5:00 min/km bis 7:00 min/km. Auf der Strecke befinden sich 3 Verpflegungspunkte bei 13, 21 und 27 km an denen es die Möglichkeit des Einstiegs gibt für Teilnehmer, die nicht die volle Distanz absolvieren möchten.

Nebel und schattige 3° am Start in Kelkheim

Los ging es am Sonntag um 9.00 Uhr bei frostigen Temperaturen und dichtem Nebel an der Sportanlage “Am Reis” in Kelkheim. Ich hatte mich in der Gruppe mit der Pace 6:00 min/km einsortiert und war zunächst mit Elan bei der Sache. Die Gespräche meiner Laufkollegen kreisten zunächst um die Zubereitung von Weihnachstmenus. Den ein- oder anderen Geheimtipp bei den Rezepten für Rouladen und rheinischen Sauerbraten konnte ich da abgreifen.

Die Strecke führte zunächst Querdurch Kelkheim, wobei nach ca. 2km eine zweite Gruppe von einem anderen Startort hinzustieß. Nach ca. 3,5km verläßt die Laufgruppe das Ortgebiet Richtung Landgaststätte Gundelhard. Zu meiner Überraschung wurden wir sogar von einer Bläsergruppe am Wegesrand verabschiedet.

Erster Verpflegungspunkt in Hofheim-Marxheim

Der Weg führt zunächst ca. 2-3km stetig bergauf, bevor es Richtung Hofheim wieder bergab geht. Die Gruppe durchquert die Kreisstadt des Main-Taunus-Kreises bevor am Ortsausgang von Marxheim an der Shell-Tankstelle die erste Verpflegung liegt. Begleitet von der Polizei auf einem Motorrad läuft die Gruppe nach Weilbach, wo nach kurzer Zeit die Autobahn A3 überquert wird. Der nächste Ort an der Laufstrecke ist Wicker, bevor es am Ortsende auf den Panoramaweg im Regionalpark Rhein-Main vorbei an den mittlerweile abgeernteten Weinstöcken zur zweiten Verpflegung geht.

Durch die Eröffnung der Nord-West-Bahn am Frankfurter Flughafen liegt der Ort Flörsheim, auf dessen Gemarkung die zweite Verpflegung liegt, genau in der Einflugschneise. So hatten die Läufer während der kurzen Rast bei Tee und Bananen das zweifelhafte Vergnügen die anfliegenden Flugzeuge zu betrachten.

Letzte Rast vor dem Ziel in Hochheim am Main

Die Laufstreck führte uns, bei mittlerweile strahlendem Sonnenschein weiter Richtung Main. Die letzte Rast erfolgte an der DLRG-Station von Hochheim, bevor die letzten 7 km über die Kostheimer Maaraue und die Theodor-Heuss-Brücke zwischen Kastel und Mainz zum Domplatz in Angriff genommen wurden.  Bis hier war ich pacemäßig auch noch im grünen Bereich, ob wohl die Gruppe z.T. etwas schneller als 6:00 unterwegs war. Auf dem letzten Teilstück wurde es dann doch etwas hart für mich, vor allem da ich seit September keine Distanzen über 25km mehr trainiert habe. Das es ohnehin kein Wettkampf war, war es mit auch relativ egal als letzter meiner Gruppe ins Ziel auf dem Mainzer Liebfrauenplatz zu kommen.

Das Ziel im Schatten des Mainzer Doms

Nach einer Stärkung mit Bananen, 5-Minuten-Terine und Bier (in dieser Reihenfolge) ging es mit dem Bus zurück nach Kelkheim. Auf der ca. 50 minütigen Busfahrt merkte ich mir schon die Anstrengung an, da mich eine gewisse Müdigkeit überkam. Alles in allem war es ein tolles Laufevent, dass ich versuchen werde im nächsten Jahr zu wiederholen.

Zum Abschluß noch eine Fotogalerie einiger Laufeindrücke.


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Der Bodensee 3-Länder-Marathon von Lindau nach Bregenz gehört nach diesem Wochenende nicht zu meinen Freunden. Das Laufevent am Bodensee war eingebettet in den Jahresausflug meines Lauftreffs und somit hatte ich keine hochfliegenden sportlichen Ziele. Lauftreffausflüge sind in der Regel mit einem feucht-frölichen Programm umrahmt, so dass eine überragende Leistung nicht zu erwarten war, aber darum ging es auch gar nicht.

Die meterologischen Voraussetzungen waren schon nicht die Besten. Während fast ganz Deutschland bei herrlichem Sonnenschein den Spätsommen genossen hat, waberte über dem Bodensee eine zähe Hochnebeldecke, die erst auf ca. 700 m Meereshöhe den Blick auf die Sonne freigab und auch an den Vortagen am Nachmittag nicht verschwand. Zu allem Überfluß hatte jemand in der Gruppe mit Verdauungsproblemen zu kämpfen und diese dann auch an andere Teilnehmer “verteilt”. Ich konnte von Glück sagen, dass er nicht nur die Viren, sondern auch die entsprechenden Medikamente in der Gruppe geteilt hat.

Seebühne Bregenz mit dem Bühnenbild für "André Chènier"

So stand ich dann mit einem etwas flauen Gefühl in Bregenz am Hafen um auf die Überfahrt nach Lindau zu warten. Da sich das Gefühl in der Magengegend nicht verschlimmerte, habe ich auf die Wirksamkeit des Medikaments vertraut und den Rest auf die aufsteigende Nervosität geschoben. In Lindau angekommen war der Hafen bereits voll von Läufern. Da ich auf dem vorletzten Schiff war, war der Zeitplan recht eng gesteckt, da bereits ca. 30 min vor dem Start die Kleiderbeutelabgabe schließt und man ca. 20 min vor dem Start im Startblock sein soll. Mit 7500 Startern auf den drei ausgeschriebenen Strecken Marathon, Halbmarathon und Viertelmarathon, sowie der Staffel verzeichnete der Veranstalter einen Teilnehmerrekort. Entsprechend eng ging es in der Staraufstellung zu.

Nervosität vor dem Start

Als das Läuferfeld um 11:11 Uhr auf die Strecke geschickt wurde, lichtet sich auch ganz allmählich der Nebel. Meine Nervosität in der Magengegend hatte sich gelegt und ich konnte auch für die ersten 5km mein geplantes Tempo angehen. Nach genau einer halben Stunde habe ich bei Kilometer 5,5 die Grenze nach Österreich überquert. Auf den folgenden Kilometern habe ich allerdings gemerkt, dass dies bereits der zweite Halbmarathon innerhalb von 4 Wochen ist. Ich hatte mit einer gewissen Ermüdung gerechnet, allerdings noch nicht so schnell. Da ich noch gut in der Zeit lag, habe ich mir darüber keine weiteren Gedanken gemacht.

Läuferfeld in der Lindauer Altstadt

Bei Kilometer 11 durchläuft man die Bregenzer Seebühne. Kurz vorher ist ein Verpflegungspunkt den ich etwas vermasselt habe, indem ich am Wasser vorbeigelaufen bin und gegen Ende irgendwas getrunken habe, was mir im nachhinnein nicht bekommen ist bzw. Magenkrämpfe verursacht hat. Es kann allerdings auch sein, dass das Durchfallmedikament in seiner Wirkung nachgelassen hat. Ich habe auf den folgenden Kilometern meine Pace um mindestens 30 sek. reduzieren müssen und sogar die eine oder andere Gehpause eingelegt. Die Einnahme eines Gels, die ich bei km 12 geplant hatte, habe ich seien gelassen, um die Magenprobleme nicht zu verschlimmern.

Bodenseeufer bei Lochau

Im folgenden habe ich mich nur darauf konzentriert ins Ziel zu kommen, egal mit welcher Zeit. Erleichterung gab es bei Verpflegungspunkt an Kilometer 15 kurz nach überqueren der Bregenzer Ach. Hier gab es zusätzlich zu den Getränken auch Bananen. Da ich mich sonst bei Läufen immer mit Gels ernärt habe, war ich zunächst skeptisch. Aber der Gedanke an die Aussage der Sporstkameraden aus dem Lauftreff, das Bananen gut bei Durchfall seien, hat mich dann doch zugreifen lassen. Und in der Tat die Magenkrämpfe ließen nach. Ich konnte zwar nicht an die Pace anknüpfen, die ich zu beginn des Rennens gegangen war, was mir aber in dem Fall ziemlich egal war, das Ziel war jetzt “Ankommen”!

Kloster Mehrerau

Bei Kilometer 18 zur letzten Verpflegung durchquert man das Kloster Mehrerau, bevor man im Bregenzer Casino-Stadion ins Ziel läuft. Mit einer Gesamtzeit von 2:02:08 bin ich in sofern nicht zufrieden, weil es mir unterwegs so dreckig gegangen ist. Positiv an diesem Lauf ist allerdings die super Stimmung an der Strecke und die üppige Zielverpflegung. Nach einigen Bananen im Ziel waren die Magenkrämpfe auch vergessen und ich konnte mich sogar am alkoholfreien Weissbier des Sponsors erfeuen. Noch ein kleines Wort zu Organisation, die alles in allem sehr gut war, allerdings mit 7500 Teilnehmern an die Grenze des machbaren stößt. Bedenklich fand ich allerdings, dass es beim Verlassen des Stadtioninnenraumes zu Staus gekommen ist. Im Falle von unvorhergesehenen Ereignissen kann das schnell zu Problemen mit Drängeleien oder Schlimmerem füren.

Vor dem Ziel im Casino-Stadion Bregenz

Als Fazit beibt fest zu halten, dass ich in meinem Projekt der 25 Halbmarathons nun einen Haken hinter Bayern und Österreich machen kann, aber ich hier noch eine Rechnung offen habe. Die Strecke ist schön und kann bei besserm Wetter, wie mir berichtet wurde, auch richtig reizvoll (Alpenpanorama oder so?) sein. Daneben ist sie, weil es ständig am Bodenseeufer entlang geht, auch relativ flach, so dass eigentlich eine gute Zeit hätte möglich sein können. In diesem Sinne ist eine Wiederholung des Events auf der To-Do-Liste gelandet.