Nach dem mein letzter Marathon eher so der “Leidensweg” war, ging es dieses Mal richtig Gut und hat super Laune gemacht. Doch von Anfang an…

Zur 50sten Auflage des RWE Marathons um den Baldeneysee wollte ich unbedingt dabei sein, auch wenn ich dafür den Ausflug meines Lauftreffs in den Harz habe sausen lassen. Am Freitag ging es also mit dem Zug nach Essen. Gerd und Claudia von den Borbecker Raketen haben mich kurz nach der Ankunft per Twitter dazu überredet am Samstag noch mit Schwimmen zu gehen. Ausreden wie “ich habe keine Badehose mit” wurden nicht gelten lassen, da es in Essen seit zwei Wochen einen Decathlon gibt.
Also am Samstag morgen noch eine “wunderschöne” rote Badehose erstanden und zum Schwimmzentrum Rüttenscheid gedüst. Eine Stunde schwimmen gehörte bisher nicht zu meinem regelmäßigen Trainingsprogramm, sodass ich zwischendrin Bedenken hatte, mir für morgen einen gehörigen Muskelkater einzufangen. Es kam nicht so wie befürchtet, ob wohl ich am Sonntag morgen leicht verspannt in der Schulter war.
Gerd hat mich nach dem Schwimmen noch mit zur Startnummernausgabe genommen. Der Plan für Sonntag war, den Marathon in einer Zeit von 4:15 Stunden gemeinsam zu laufen. Gerd und die anderen Borbecker Raketen, wollten Claudia bei ihrem ersten Marathon begleiten.
Den Sonntag morgen habe ich sehr entspannt angehen lassen. Mein Hotel lag in Essen-Werden ca.3 km vom Start entfernt. Die Alternative war eine Station mit der S-Bahn fahren oder die Strecke zu gehen. Ich habe mich dazu entschlossen, einen gemütlichen “Morgenspaziergang” zum Start zu unternehmen. Das Wetter hat sich auch dazu angeboten. Es war etwas frisch (so ca. 6°C) und leicht bewölkt, also ideales Marathonwetter.
Am Startbereich die üblichen Vorbereitungen, Gels einstecken, Brille putzen, Schuhe binden und der obligatorische Gang zum Dixi-Klo. Obwohl ich in Duisburg schlechte Erfahrungen mit den Gels gemacht habe, haben ich dieses Mal wieder darauf vertraut, dass es funktioniert. Denn meine Magenprobleme kamen zwar von den Gels, aber hatten auch sehr viel mit der Hitze an diesem Tag zu tun und das war heute ganz und gar nicht so.
Kurz vor dem Start habe ich dann auch Gerd mit den Borbecker Raketen wieder getroffen und wie haben uns am Zug- und Bremsläufer für 4:15 Stunden orientiert. Pünktlich um 10:00 Uhr ging es auf die 42,195 km. Die Stecke startet in der Nähe des Regattahauses des TUSEM Essen und führt zunächst nach Südwesten Richtung Essen-Werden. Dort überquert das Läuferfeld die Ruhr, um nach einem kurzen Weg durch den Ort auf der Südseite des Sees Richtung Essen-Kupferdreh zu laufen.
Dort ist nach 11 km die zweite Verflegung. Anschließend überquert man auf der Kampmannbrücke zu zweiten Mal die Ruhr. Die Pacemaker-Gruppe, mit der ich unterwegs war, war für die das angepeilete Zeil sehr flott auf der Strecke. Ich hatte zeitweise eine Pace von 5:48 auf der Uhr. Das war in etwas die Pace meines ersten Marathons, den ich dann mit ca. 4:05 beendete.
Am Ende der Kampmannbrücke kommt eine 2,5 km lange Stichstrecke, die die erste von der zweiten Runde unterscheidet. Nach dem man wieder auf die Seerunde eingebogen ist, erreicht man in der Höhe der Zeche Carl Funke die Halbmarathonmarke. Ich war da bei ca. 2:03 und war weiterhin mit meiner Pace sehr zufrieden. Auch meinen Begleitern ging es zu dieser Zeit noch recht gut.
Bei Kilometer 23 erreicht man wieder den Start in der Höhe des TUSEM Regattahauses. Gegenüber des letzten Marathons habe ich mit in Sachen Gels eine andere Vorgehensweise übergelegt. Anstelle bei Halbmarathon und km 30 ein Gel zu mir zu nehmen, wollte ich dies auf km 25 und 33 hinausschieben.
Mein Plan ist dieses Mal voll aufgegangen und außerdem habe ich von den Gels keine Magenprobleme bekommen. Dies lag höchstwahrscheinlich daran, dass die Temperaturen an diesem Tag im gemäßigten Bereich lagen, bei Hitze hätte ich bestimmt wieder Probleme bekommen.

Im Ziel

Ab ca. Kilometer 28 wurden meine Belegleiter auch etwas langsamer und wir verloren den Anschluß an die Pacemaker-Gruppe. Ich hörte nur hinter mir die Kollegen Claudia zu motivieren wieder an die Gruppe aufzulaufen, allerdings hatte sie selbst zu kämpfen, so dass sie den Versuch ablehnte. Ich fühlte mich noch frisch genug, so dass ich mir vorgenommen habe, in den nächsten 2 bis 3 Kilometern den Anschluss wieder herzustellen.

Ungefähr einen Kilometer vor der vorletzten Verpflegung im Essen Kupferdreh hatte ich die Ballons wieder eingeholt. Die Durchschnittspace lang nach meiner Uhr immerhin noch bei 5:54. Bis ca. Kilometer 38 war ich immer noch den Ballons der Pacemaker auf den Fersen, bis denen auffiel, dass sie eigentlich viel zu schnell sind und plötzlich langsamer wurden. Also ließ ich die Pacemaker hinter mir und machte mich alleine auf den Weg ins Ziel. Es ist erstaunlich, wie viele Leute ich noch auf den letzten vier Kilometern überholt habe.
Die Zwischenzeit bei 40 km zeigte eine Bruttozeit von exakt 3:59:00, sodass ich mit Hoffnungen auf eine Zeit um 4:10 machte. Am Ende stand eine 4:10:49 auf der Uhr, die durch die offizielle Zeitnahme noch zu einer 4:10:51  korrigiert wurde. Froh und Glücklich ließ ich mir das Bier im Zielbereich schmecken.
Claudia hat dann, begleitet von Gerd und Tobias ihr Marathondebut mit eine 4:18 absolviert. Ich wüsche ihr auf diesem Wege beste Erholung und bedanke mich bei Gerd und den anderen Borbecker Raketen für die tolle Begleitung an diesem Marathonwochendend.

Heute war der Höhepunkt des Trainingsplans für den Ruhr-Marathon in Essen mit dem langen 35km-Lauf. Ich habe mir dafür eine besondere Strecke ausgedacht. Wenn man in einer Gegend wohnt, in der andere Leute zum Urlaub machen hin fahren, sollte man das auch ausnutzen. Der Wetterbericht für heute sagte ein wunderbares Frühherbstwetter voraus und der Plan war von Rüdesheim nach Hause nach Wiesbaden zu laufen. Nach Rüdesheim kommt man sehr einfach mit dem Zug.

Adlerturm Rüdesheim

Ich startete also kurz nach 9 Uhr am Bahnhof von Rüdesheim zu meinem 35er. Nach 500m Laufstrecke komme ich dann schon an der Touristen-Attraktion vorbei, für die Horden von Japanern um die halbe Welt jetten, die Drosselgasse.  Dafür habe ich jetzt kein Auge und außerdem gibt es im Rheingau viele interessantere Plätze als die Drosselgasse. Doch davon später mehr.

Mein Elan wird kurze Zeit später durch das Verkehrsmittel gebremst, dass mich bis hierher gebracht hat. Wegen eines Güterzuges ist die Schranke am Adlerturm geschlossen. Güterzüge sind allerdings seit Jahren auf Grund der Lärmbelästigung ein Ärgerniss für die Bewohner des Rheingaus und des Mittelrheintals.

Das war dann aber auch für längere Zeit die einzige Unterbrechung meines Laufelans. Nach ca. 2 km komme ich am Yachthafen von Rüdesheim an den Ruinen der Hindenburgbrücke vorbei. Die Hindenburgbrücke war eine Eisenbahnbücke über den Rhein, die im zweiten Weltkrieg zerstört wurde und nicht mehr aufgebaut wurde. Sie wäre die einzige Brücke über den Rhein zwischen Wiesbaden und Koblenz.

Oestricher Kran im Nebel

Das klare, kühle Wetter fühlte sich heute sehr gut an und meine Pace war mit ca. 5:50 min/km so wie ich es mir auch für den Marathon in 14 Tagen vorstelle. Hinter Geisenheim komme ich dann am Schloss Johnannisberg, dass  ich links am Berg kleben sehen, vorbei. Weiter geht mein Schritt Richtung Oestrich-Winkel, dessen Wahrzeichen, der Kran aus dem Mittelalter, noch immer im Nebel steht. Die kühle Luft und das warme Wasser des Rheins erzeugen eine unheimliche Lichstimmung.

Weinstand Hattenheim

Nach insgesamt 11 Kilometern komme ich an meinem absoluten Lieblingsplatz am Rhein vorbei, dem Weinstand in Hatttenheim. Hier kann man bei einem guten Tropfen an einem sonnigen Tag die Seele baumeln lassen in dem man den Schiffen auf dem Rhein zuschaut. Heute hatte ich allerdings für solche Mußestunden keine Zeit.

Rheinufer Eltville

Die Hälfte der Strecke habe ich in Eltville absolviert. Charakteristisch  ragt der Turm von Burg Grass in die Höhe. Von hier sind es noch 10 km bis zum Biebricher Schloss. Über Walluf und dem Schiesteiner Hafen komme ich nach ca.2 3/4 Stunden dort an. Über die letzten Kilometer konnte ich allerdings meine anfängliche Pace nicht mehr halten. Die Durchschnittspace bewegte sich mit 6:15 min/km im Bereich meiner Vorstellungen.

Ab dem Biebricher Schloss verlasse ich das Rheinufer und es beginnt der unangenehme Teil der Strecke. Bis hierher gab es einem moderaten Anstiegt von ca. 20 m überwinden, auf den letzten 7 km allerdings nochmal ca. 150 m, davon allein 50 m auf den letzten 2 km. Ich lief auf dem Grundweg Richtung Grundmühlweg und dann zum Mosbacher Berg. Hier musste ich dann allerdings eine kleine Gehpause einlegen, da die Steigung doch steiler war, als ich es in Erinnerung hatte.

Schlosspark Biebrich

Die letzten 5 km verliefen Quer durch die Wiesbadener Innenstadt, vorbei am Kurhaus und durch den Kurpark. Wobei ich sagen muss, dass der Weg durch das Aukammtal gegen Ende schon sehr hart war und von einigen Gehpausen geprägt war. Nach 3:45 h war ich von meinem Trainingslauf wieder zu Hause und freue mich auf die kommende Herausforderung beim Ruhr Marathon in Essen. Zur Entspannung habe ich nachher den TV-Bericht vom Berlin Marathon gesehen und so ein Bisschen ist bei mir der Wunsch aufgekommen im nächsten Jahr selbst dabei zu sein. Mal sehen was sich ergibt.

Ja, Hoffnungen hatte ich mir schon gemacht. Die Wettkampfzeiten im Vorfeld waren gar nicht so schlecht und ich habe mich gut gefühlt. Einzig der Blick auf die Wettervorhersage ließ mich zweifeln. Sollte es wirklich am Sonntag 26° werden?

Schon beim Abholen der Startnummer im schicken Buisnessbereich der MSV-Arena bekam ich Schweißausbrüche. Die Sonne brezelte vom Himmel, dass das T-Shirt klebte.

Die Veranstalter hatte vorsorglich schon den Start auf 9:20 für den Marathon angesetzt. Und zum Start stellte ich mir eher die Frage, ob die dunklen Brillengläser die richtigen seien oder ich nicht doch die orangen einsetzen sollte. Es war wolkig und meiner Einschätzung nach ca. 18° als sich das Feld mit ca. 1000 Läuferinnen und Läufern auf der Duisburger Kruppstrasse auf den Weg über die 42,195 km machten. Zuvor um 9:00 waren bereits die ca. 3000 Halbmarathonis auf die Strecke gegangen.

Ich peilte eine Zeit so um 3:55 an und bin wie immer mit einer 5:22er Pace etwas zu schnell angegangen. Die Laufstrecke führt zunächst Richtung Hauptbahnhof und von dort Richtung Innenstadt. Cool fand ich, die Kapelle des Stadttheaters, die ein Stück aus der Oper “Carmen” anstimmte, das dort zur Zeit auf dem Spielplan steht. Weiter ging es durch den Innenhafen, wo Kilometer 5 und die erste Verpflegungsstelle passiert wird.

Bei Kilometer 8 überquere ich die Ruhr und laufe durch das Gelände des Duisburger Hafens. Mit meiner Pace war ich zu dieser Zeit sehr zufrieden. Ich hatte eine 10km Durchgangszeit von 0:54:??. Kurze Zeit später biegt die Strecke ab nach Obermeiderich und führt über Meiderich und Ruhrort zur Rheinbrücke. Bis hierher ging es mir auch recht gut und die Pace stimmte auch. Ich bin etwas langsamer geworden, so dass alles im geplanten Bereich war. Am Ende der Brücke sollte Kilometer 18 erreicht sein und kurz danach war ein Verpflegungspunkt. Ich hatte geplant hier mein erstes Gel zu mir zu nehmen, denn Gels hatte ich bisher im er ganz gut vertragen. Diesmal allerdings nicht, doch davon später mehr.

Nach dem ich das Wasser an der 19 Kilometer-Verpflegung getrunken hatte, rumorte es in meinem Magen. Mich beschlich so das leichte Gefühl, dass es heute doch kein so gutes Ende geben würde wie erhofft. Als die Halbmarathon-Marke erreicht war, war ich mit einer Zeit von 1:56 noch voll im grünen Bereich. Dies hielt allerdings nicht lange an, da just zu diesem Moment der Himmel aufriss und herrlicher Sonnenschein zu Tage trat. Damit wurde es auch allmählich wärmer, was meinem Tempo gar nicht gut Tat.

Die folgenden Kilometer hatte ich eine Pace von ca 5:50 bis 6:10. Ich hatte die Hoffnung den Marathon noch einigermaßen gut über die Bühne zu bekommen. Allerdings meldete sich immer öfter mein Magen mit einem komischen Grummeln. Ich versuchte bei der nächsten Verpflegung mit Banane gegenzusteuern, denn das hatte zuletzt in Bregenz etwas Linderung gebracht. Diesmal allerdings nicht!

Am Ende der zweiten Rheinbrücke, also ungefähr Kilometer 27, hat mich dann die Gruppe um den Zug- und Bremsläufer für 4:00 Stunden überholt. Etwa einen Kilometer später an der Ecke zur Düsseldorfer Strasse (Kilometer 28) waren die Magen-und Verdauungsprobleme so schlimm, dass ich das Dixi-Klo aufsuchen musste. Von da ab war mir auch jede Zeit egal, Hauptsache einigermaßen ins Ziel kommen.

Zusätzlich machte eine aufkommende Schwüle das Läufen nicht angenehmen. Ungefähr ab Kilometer 30 musste ich häufig Gepausen einlegen, da sich so langsam mein linker Oberschenkel krampfhaft bemerkbar machte. Die 30 Kilometer Durchgangszeit lag bei 3:30 und ein ebenfalls mit Problemen kämpfender Mitläufer raunte mir zu: ” … wenn wir jetzt stramm gehen, sind wird bei 4:30 im Ziel.” Aber so einfach war das nicht mehr.

Eine Zeit lang lief ich in der Nähe eines großgewachsenen Triathleten vom AS Neukirchen-Vlyn. Irgendwann, ich schaute in einer Gehpause gerade zu ihm rüber, sagte er “Blöde Idee!”. Nach und nach überholten auch die Pacemaker-Gruppen für 4:15 und 4:30 und ich war immer noch nicht im Ziel. Die 4:30er-Gruppe überholte mich allerdings erst bei Kilometer 41. Die Gruppe war schnell außer Sichtweite, ich konnte mich aber jetzt endlich für die letzten 1,2 km aufraffen durchzulaufen.

Kurze Zeit später kommt auch die MSV-Arena in den Blick. Durch das Spalier des Biersponsoren und ins Stadtion mit den letzten Kräften und die letzte halbe Runde gelaufen. Am Ende habe ich für mich eine 4:30:56 gestoppt, aber angesichts der zweiten Hälfte war das auch ziemlich nebensächlich. Ich habe eine halbe Stunde beim alkoholfreien Weizen eines der Sponsoren gebraucht, um mich von der Anstrengung zu erholten. So langsam war auch mein Magen wieder gut zu mir.

Ein Vorteil der sehr gut organisierten Marathons in Duisburg ist, dass es durch die zahlreichen Sportstätten an der Wedau keinen Mangel an Duschen und Umkleidekabinen gibt. Eine Besonderheit ist dabei das Regenerationsschwimmen, dass in der Schwimmhalle neben der Arena stattfindet. Ich habe die Gelegenheit genutzt und bin von dem Duschen noch zwei Bahnen “ausgeschwommen”. Nachteilig fand ich, dass die Verpflegungsmöglichkeiten in Zielnähe ich besonderes zahlreich waren. Dabei meine ich nicht Wasser, Iso, Bier und Bananen für die Läufer im Ziel, sondern ich hätte gerne noch eine Bratwurst oder ein Stück Kuchen gegessen, aber die Bedienung im Biergarten der Seeterasse war bei dem Ansturm von Läufern und Besuchern leider etwas überfordert.

Der Zuschauerzuspruch auf den ersten 10 Kilometern ließ stark zu wünschen übrig. Dies war vorallem der frühen Startzeit geschuldet. Richtig toll war die Stimmung erst in den linksrheinischen Stadtteilen. Bei den anderen Stimmungsnestern kann nicht nicht mehr soviel sagen, da ich ab Kilometer 30 mehr mit mir selbst beschäftigt war  und die Zuschauer nur am Rande wahrgenommen habe.

Jetzt im Abstand von 5 Tage bin ich langsam über das “schlechte” Ergebnis hinweg und mache schon Pläne für den nächsten Marathon. Ich denke es wird mich wieder an die Ruhr ziehen. Im Oktober findet zum 50. Mal der Ruhr Marathon um den Baldeney-See statt und da will ich dabei sein.

Könnt ihr hier anschauen. Den Bericht will ich bis nächste Woche fertig haben.

Als vor einigen Tagen runHerneeiswürfelimsch und andere auf Facebook zum Themenlauf “Foto-Lauf(Love)-Story” aufgerufen haben, habe ich natürlich begeistert zugestimmt und dem Lauftag entgegengefiebert. Meine Strecke von heute ist jetzt nicht die, die ich immer Laufe. Aber zu diesem Anlass habe ich mir einen Parcours ausgedacht, der einige der Besonderheiten meiner jetzigen Heimat verbindet.
Kurhaus WiesbadenIch starte bei bedecktem Himmel und ca. 8° in der Rheinlandstraße in Bierstadt und laufe durch das Wohngebiet Richtung Sonnenberg. Nach ca. 2,5 km kann ich einen kurzen Blick auf die Burgruine Sonnenberg erhaschen. Ich biege kurz hinter dem Hofgartenplatz in den Wiesbadener Kurpark ein. Nach ca. einem Kilometer läuft man auf der Strecke, die im August Teil des 70.3 Ironmans in Wiesbaden ist. Am Ende des Kurparks befindet sich das Kurhaus. Ich umrunde das Kurhaus und befinde mich auf dem Bowling Green . Dieser Platz zwischen Staatstheater und Kurhauskolonaden (hier befindet sich das Casino) wird auch von Zeit zu Zeit als Konzertarena genutzt.
Schlossplatz WiesbadenNur eine kurze Wegstrecke ist notwendig und ich stehe auf dem Schlossplatz. Das Ensemble von Stadtschloss, altes und neues Rathaus, sowie Marktkirche ist das zentrale Bild von Wiesbaden. Im Stadtschloss der nassauischen Kurfürsten befindet sich heute der hessische Landtag. Meine Laufstrecke führt mich Richtung Süden über den Luisenplatz zum Hauptbahnhof. Ich steige aber nicht in einen Zug, sondern biege nach rechts ab, um am Landeshaus vorbei Richtung Biebrich zu laufen.

Schlosspark BiebrichBei Kilometer 11 betrete ich den Biebricher Schlosspark. Der Park, der im Stil eines englischen Landschaftsgartens angelegt ist, beherbergt an Pfingsten das traditionsreiche Reitturnier. Am Ende des Schlossparks, direkt am Rheinufer befindet sich das repräsentative Schloss Biebrich.
Ich biege nach links ab und laufe am Rhein entlang Richtung Mainz. Hier wird die Strecke allerdings etwas unansehnlich, denn der Industriepark Kalle-Albert und das Zementwerk Dykerhoff säumen den Weg. Es sind noch vier Kilometer bis ich auf der Theodor-Heuss-Brücke den Rhein Richtung Mainz überquere.
Mainzer DomIn einer kurzen Schleife umrunde ich den Mainzer Dom, bevor ich zurück nach Kastel laufe, um mich mit der S-Bahn auf den Heimweg zu machen. 22,5 km und einige Fotos habe ich von diesem schönen Sonntagslauf mitgebracht. Da meine Marathonvorbereitung noch in vollem Gange ist, bin ich an dieser Stelle schon am überlegen, wohin mich meine Laufstrecke in der nächsten Woche führen wird. Bestimmt werde ich hier wieder davon berichten.

Der Hamburg Marathon ist jetzt zwei Wochen Geschichte und ich denke darüber nach, was er mir gebracht hat und was ich beim nächsten Mal besser machen will. Das es ein nächstes Mal geben wird, habe ich ja in meinem Bericht geschrieben.

Bei der ersten Laufrunde mit meiner Kollegin und Trainingsplanauthorin Christina musste ich natürlich sämtliche Erlebnisse genaustens erzählen. Als Wissenschaftlerin kam dann zum Schluß meiner Ausführungen die Frage: “Und? Was würdest Du mit diesen Erkenntnissen anders machen?” Eine tiefgreifende Antwort hatte ich zu dieser Zeit nocht nicht parat. Sicher habe ich was gesagt, wenn auch nur, um keine längere Pause in der Unterhaltung aufkommen zu lassen.

Mir war es in den letzten beiden Wochen auch zunächst darum gegangen, die Ereignisse einigermaßen warheitsgetreu wiederzugeben, für den Erkenntnisgewinn brauche ich immer etwas länger.

Die Vorbereitung lief alles in allem recht gut, obwohl ich zu Beginn des Trainingsplans skeptisch war. Das lag zunächst daran, dass ich mich zur Jahreswende verletzt hatte und sich die Genesung auf Grund meiner Ungeduld länger hinauszuögerte. Chirstina konnte die Verzögerung noch in meinem Trainingsplan kompensieren, aber die drei Wochen im Janaur, hätten mir vielleich von Anfang an etwas mehr Sicherheit bei den Trainingseinheiten gegeben.

Während des Marathons habe ich einen Trinkgürtel mit zwei Trinkflaschen (ca. 0,4l) und zwei Pack mit Gel dabei gehabt. Die Flaschen habe ich mit einem dieser “Wellness-Wasser”, also Wasser mit Geschmack, gefüllt. Im Nachhinein betrachtet war es eigentlich nicht notwendig eigene Getränke mitzunehmen, wenn auf der Laufstrecke alle 2,5km eine Verpflegungsstelle ist. Auf eingefüllte “Wellness-Wasser” hätte ich besser verzichtet, denn ich nehme an, dass es mir gegen Ende die Magenprobleme bereitet hat. Auf die beiden Gel-Packs würde ich nach jetzigem Erkenntnisstand nicht verzichten, sie bringen auf jeden Fall was.

Im Ziel habe ich gemerkt, dass mein schwarzes Laufshirt an den Ärmel weis war vom ausgeschwitzten Salz. Wärend des Marathons habe ich darauf verzichtet zu den angebotenen Elektrolytgetränken zu greifen. Da ich diese, im Gegensatz zu den Gels, nie im Training verwendet habe, war ich etwas skeptisch. Eine Erkenntnis ist vorallem, dass der Salzverlust, gerade bei Temperaturen über 20°C, enorm ist und die Konsequenz, wähernd den Trainingsläufen mal so ein Elektrolytzeugs zu probiern und schauen, ob ich das vertrage.

Und wie geht’s nun weiter? Ich hatte mir zunächst eine Regenerationszeit von 3 Wochen nach dem Marathon eingeräumt, bevor ich wieder richtig mit dem Training anfange. Es kann sein, dass sich dieser Zeitraum noch etwas verlängert, da momentan der rechte Fuß etwas zwickt und ich mir eine komplette Trainingspause verordnet habe. In den nächsten Wochen stehen eigentlich ein Paar “Spaßwettkämpfe” in Eppstein und in Kiedrich an, die wegen ihres bergigen Profils nicht für “gute” Zeiten taugen und nur mit dem Vorjahresergebnis zu vergleichen sind.

Ich hoffe dann beim Abendwaldlauf in Mörfelden mal zu testen was für eine Zeit über 10km drin ist. Etwas länger soll es dann Anfang September und Anfang Oktober jeweils mit einem Halbmarathon in Basel und in Lindau werden. Vielleicht klappt es bei einem der Läufe auch mal wieder in die Nähe meiner HM-Bestzeit von 1:49:30 zu kommen. Als Saisonabschluß ist momentan in Planung mit @Sancho_P vom #twitterlauftreff beim Frankfurt Marathon in der Staffel an den Start zu gehen.

Als Ausblick für das nächste Jahr habe ich mir zunächst vorgenommen den Halbmarathon in Venlo in Angriff zu nehmen und mich dann ggf. auf einen Frühjahrsmarathon vorzubereiten. Da bin ich allerdings noch etwas unentschieden. Düsseldorf, Duisburg oder Koblenz (Mittelrhein) haben ganz gute Karten, aber entschieden ist noch nichts.

Hamburg Marathon 2011


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Type: Run – General
Duration: 4:04:40
Distance: 42.54 km

Es ist der 22.Mai 2011 um 8:30 und ich stehe bei strahlendem Sonnenschein in der Startaufstellung für den Hamburg Marathon. Hätte mir das vor fünf Jahren jemand das gesagt, ich hätte ihn für verrückt erklärt. Besonders, wenn er hinzugefügt hätte, dass ich knapp fünf Stunden später und nach 42km Wegstrecke im Ziel bin. Denn zu dieser Zeit hatte ich noch das Motto: “No Sports!” – wie sich Zeiten und Einstellungen ändern können.

vor dem Start

Doch nun der Reihe nach. Ich stehe im Startblock I und halte gespannt Ausschau nach Heiko (@bartlog) vom #twitterlauftreff. Er hatte sich Tags zuvor angeboten mich beimeinem Marathon-Debut zu begleiten. Leider hatten wir nicht den gleichen Startblock, so dass die Absprache war, wenn wir uns am Start nicht sehen sollten, ich ihn am rechte Streckerand laufend einholen könne.

Meine Nervosität war dann doch so groß, dass ich noch etwas in die Dixi-Klos bringen musste, bevor der Startschuß fiel (in Hamburg traditionell kein Schuß, sondern das Läuten einer Schiffsglocke). Die Sonnenstrahlen auf der Schulter waren schon fast unangenehm, so warm war es zu dieser Zeit. Als dann endlich mein Startblock auf die Reise geschickt wurde, habe ich mich zunächst von der Euphorie tragen lassen und bin zu schnell angegangen. Der Blick auf meine Garmin-Uhr nach den ersten 500m, zeigte eine Pace von 5:05 min/km. Das war eindeutig über meiner angepeilten Pace von 5:51 min/km. Ich hatte mir ausgerechnet (bzw. rechnen lassen), dass ich mit dieser Pace und einer langsamen Steigerung im zweiten Teil auf einer Endzeit von 4:05 landen würde.

Auf dem Weg zur Startlinie (Reeperbahn)

Ich musste mich dann langsam wieder einfangen, um auf die geplante Pace zurück zu kommen. Das abbremsen wurde dadurch “erleichtert”, dass ich kurzzeitig an der rechten Schienbeinaußenseite verkrampfte. Das ist mir in den vergangenen 900 Trainingskilometern nicht einmal passiert und jetzt das! Nach 2km bin ich dann zu Heiko aufgeschlossen, den fröhlich mit seinem Handy die Stimmung an der Strecke einfing. Ich hatte ebenfalls eine Kamera mit, um einen ersten Marathon zu dokumentieren. In den folgenden ca. 10 km ließ sich Heiko öfters zurückfallen oder lief einige Meter nach vorne, um an der Strecke zu fotografieren. Das imponierte mir als Neuling schon sehr, da ich von meinen Halbmarathonstarts wußte, wie anstrengend es ist, immer abzubremsen und neu Fahrt aufzunehemen.

auf der Elbchaussee

Nach der ersten Wasserstelle bei km 5 war dann auch die Verkrampfung im rechten Schienbein gelockert und ich konnte ein konstantes Tempo angehen. Die Strecke auf der Elbchaussee ist auch besonders angenehm, weil durch die hohen Bäume sowohl schattig, als auch windgeschützt ist. Kurz von km 10 erreicht das Läuferfeld den Fischmarkt. Von hier bis zu den Landungsbrücken ist eine super Stimmung, die Zuschauer stehen in mehreren Reihen an der Strecke. Meine 10km Zwischenzeit lag mit 0:58:11 im Bereich meiner Vorgaben.

Der König von St. Pauli

Kurz vor dem Wallingtunnel in der Nähe des Hauptbahnhofs haben dann Heiko und ich den Zeitläufer für 4:15 überholt, allerdings hatte dieser schon seinen Luftballon verloren, so dass nur an dem Aufdruck auf seinen Kompressionsstrümpfen zu erkennen war, welche Zeit er läuft. Den folgenden Streckenabschnitt zwischen Jungfernstieg und Schöne Aussicht fand ich besonders angenehm. Die Strecke war breit genug und nicht allzu kurvig, man konnte es gut “rollen” lassen.

Sektfrühstück bei Hamburg Marathon (Schöne Aussicht)

Besonders cool sind die Zuschauer hier im Bereich dieses Nobelviertels an der Außenalster, stilvoll betrachtet man das Laufspektakel beim Sektfrühstück am Streckenrand. Auf den nächsten 3 km bis zur Halbmarathondistanz wurde die Hitze doch unangenehm, obwohl ich sie jetzt besser wegstecken konnte als vor 6 Wochen beim Prag Halbmarathon. Meine Halbmarathonzeit lag bei 2:00:30 und somit ca. 2 1/2 Minuten schneller als veranschlagt.

grelle Farben

Ab km 22 geht es am Stadtpark vorbei und an der U-Bahn Station “Saarlandstrasse” ging richtig die Post ab. Trotz des Pushes durch die Zuschauer merkte ich allerdings, dass ich so langsam an einen “toten Punkt” komme. Ideale Gelegenheit einen meiner Gelpacks zu knacken. Ein, zwei Kilometer später war der Hänger auch überwunden und ich konnte mein bisheriges Tempo wieder aufnehmen. Was auch dringend notwendig war, denn ca. ab km 25 verläuft die Streck durch ein etwas ödes Büroviertel. Der Zuschauerzuspruch hier ist erheblich geringer und das Laufen auf den schattenfreien Strassen bei Temperaturen von mittlerweile ca. 26° C wurde langsam anstrengend.

Da traf es sich gut, dass der Streckenverlauf ab km 28 in der Nähe der Alster durch eine parkähnliche Gegend führt, in der die hohen Bäume reichlich Schatten spendeten. Und dann am nördlichsten Punkt der Strecke folgt der absolute Hammer! An der U-Bahn-Station “Ohlsdorf” standen die Zuschauer dicht gedrängt an der Strecke und das Dröhnen der Sambatrommeln riß einen förmlich mit: Ein “geiles Erlebnis”!

geile Stimmung (Am Hasenberge/Ohlsdorf)

So schnell die Euphorie gekommen war, so schnell war sie auch wieder weg, denn ich befürchtete die Begegnung des “Manns mit dem Hammer” je näher ich km 35 kam. Also noch schnell das zweite Gelpack eingeworfen, um die Begegnug noch etwas hinauszuzögern. Die Strecke wurde wieder etwas eintöniger, wenn auch etwas abschüssiger. Heiko, der mich die ganze Zeit begleitete, hatte allerdings seit ca. 10km seine Fotosession abgebrochen, da sein Handy einen Wasserschaden hatte. Eine seiner Andeutungen habe ich dann so verstanden, dass ihm der Lauf mittlerweile auch keinen Spaß mehr macht und er sich erheblich quälen musste.

Im Streckenabschnitt zwischen “Eppendorfer Baum” und “Klosterstern” war wieder absolutes Gänsehautfeeling angesagt. Trotz langsam weicher werdender Beine, wird man durch die zahlreichen Zuschauer und die tolle Musik von NDR 90,3 nach vorne getrieben. Das ist auch bitter nötig, denn der kleine Anstieg nach der Wasserstelle und der Einmüdung zur Rothenbaumchaussee ist nach 37,5 km in den Beinen doch schon einigermaßen hart. An dieser Stelle habe ich dann auch irgendwie Heiko verloren.

Im Ziel (Glacischausee)

In gespannter Erwartung, irgendwo am Rande der Strecke @VictoriaHamburg zu sehen, die ich tags zuvor kennengelernt habe, lief ich die Rothebaumchaussee hinunter. Ich könnte sie leider nicht am Streckenrand ausmachen, was mir in diesem Moment dann auch wieder ziemlich zweitrangig war, da mein Magen anfing zu rebellieren. Auf den folgenden 1,5 km musste ich mich eher darauf konzentrieren mich nicht zu übergeben als Zuschauer am Streckenrand zu identifizieren. Mit einer kurzen Gepause genau vor meinem Hotel bei km 40,5 ging dann auch die Übelkeit soweit weg, dass ich die verbleibenden 1,7 km gut hinter mich gebracht habe. Nach 4:04:39 habe ich dann glücklich und erschöpft den Zielstrich in der Glacischaussee überquert. Das war ein so tolles Erlebnis, dass es bestimmt nicht mein letzer Marathon gewesen sein wird.

noch 195 Meter zum Ziel

Bilder Galerie “Hamburg Marathon 2011″


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Type: Run – General
Duration: 3:31:25
Distance: 31.09 km

Die letzte Woche vor dem Marathon wollte ich ruhig angehen lassen und habe mir vorsorglich Urlaub genommen. Aber um zu Hause die Beine hoch zu legen, bin ich doch etwas zu aktiv und ich entschied mich dazu die Zeit mit einem Besuch des Ruhrgebiets zu nutzen. Ich habe eine kleine Affinität für die Gegend und war bereits im letzten Jahr zur Ruhr2010 – Kulturhauptstadt Europa in Essen. Zu dieser Zeit habe ich Gerd (@BRGerd) von den Borbecker Raketen kennengelernt. Ich habe ja hier im Blog die Suche nach einer Begleitung für einen langen Lauf gestartet. Gerd hat sich kurze Zeit später gemeldet und mir angeboten, an einem “Longjog” mit Start an der Zeche Zollverein teilzunehmen.

Ruhrmuseum Zeche Zollverein

Treffpunkt war der orange Aufzug zum Ruhrmuseum an der Zeche Zollverein. Die Strecke führt zunächst in östliche Richtung zum Gelsenkirchener Stadtteil Ückendorf vorbei an der Halde Rheinelbe, einem der Aussichtspunkte der Route der Industriekultur. Am Fuße der Halde befindet sich der Skulpturenwald der Küstlers Herman Prigann, den wird ebenfalls passieren.

Skulpturenwald an der Halde Rheinelbe

In gemütlichem Lauftempo von 6:30 bis 6:40 min/km erreichen meine Begleiter und ich die “wilden Tiere”. Es geht vor bei an der Zoom Erlebniswelt Gelsenkirchen, bevor wir am Ufer des Rhein-Herne-Kanals wieder in westliche Richtung einschwenken. Bis hierher haben wir die Hälfte der Strecke absoviert.

Brücke über den Rhein-Herne-Kanal

In der Ferne zeichtet sich jetzt das weithin sichtbare Gebäude der Zeche Nordstern ab. Die Zeche Nordstern und das umliegende Gelände wurde nach der Stillegung des Bergbaus in einen Landschaftspark umgewandelt, in dem 1997 die Bundesgartenschau stattfand. Das Zechengebäude wurde im letzten Jahr durch einen Glaskubus aufgestockt und mit einer blauhaarigen Herkules-Figur “gekrönt”.

Zeche Nordstern mit Herkules

Zurück ging es über sehr gut ausgebaute Radwege Richtung Kathernberg und einem kleinen Abstecher zur Kokerei Zollverein, zu unserem Ausgangspunkt vor dem Ruhrmuseum. Hier bestand dann auch die Gelegenheit sich am Imbiss-Stand stärken. Ich habe da die Apfelschorle bevorzugt, Gerd brauchte eine Portion Pommes.

An dieser Stelle wollte ich mich noch einmal bei Gerd und den anderen Borbecker Raketen für die angenehme Begleitung in den 3 1/2 Stunden bedanken. Außerdem wünsche ich Ulrike viel Erfolg beim Stockholm Marathon und dem Sportskameraden im blauen Shirt, dessen Name ich vergessen habe (Gerd hilf mir mal), alles Gute bei seinem Marathon-Debut in Duisburg beim Rhein-Ruhr-Marathon.  Ich hab’ leider auch vergessen für welchen Lauf sich Tobias vorbereitet hat, aber nochmal Danke für’s Mitnehmen an den Bahnhof. Wer Gerd im RL erleben will, läuft eben falls beim Rhein-Ruhr-Marathon in Duisburg mit und folgt ihm als Zeitläufer für 4:45 (glaube ich?)!

Zurück mit den Borbecker Raketen an der Zeche Zollverein


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Type: Run – General
Duration: 3:39:36
Distance: 35.14 km

In den letzten 2 Wochen hatte ich wegen diverser Verpflichtungen einfach keine Lust für ein Blog-Update. Heute muss es, trotz gedrängtem Terminplan, sein. Auch wenn es nur ein kurzes Blitzlicht wird.

Heute stand der längste Lauf meines Trainingsplans auf dem Programm (30km) und ich hatte mich dazu entschieden noch ein paar Höhenmeter dazuzufügen. Die Strecke führte zunächst zum Kurhaus und über die Taunusstrasse ins Nerotal, wo ich bei Kilometer 7,5km die Nerobergbahn unterquerte. Es folgt ein Anstieg von 10km durch die frühlingshaften Wälder des Taunus bis zum Jagdschloss Platte auf 500m ü.N.N.

Von hier geht es noch ca. 2km bergauf Richtung Taunusstein-Engenhahn, bevor ich auf dem Rhein-Höhen-Weg Richtung Kellerskopf abbiege. Hier liegt nach ca. 500m auch die höchste Stelle der Strecke mit 550m ü.N.N. Anschließend geht es, am Kellerskopf und Naurod-Erbsenacker vorbei, stetig bergab zu den Obstwiesen bei Kloppenheim.

Hier habe ich dann Kilometer 30 erreicht und ein paar Schlenker und Umwege ergeben, dass ich bei 35km am Sportplatz mit meinem Trainingslauf fertig bin.

So und jetzt sind es noch 2 Wochen bis Hamburg. Die Vorfreude wird größer. Ich habe nächste Woche noch einen langen Lauf vor, vielleicht kann ich den ja mit den Borbecker Raketen vor der Zeche Zollverein in Essen starten, @BRGerd hatte sowas getwittert. Wenn’s nicht klappt, laufe ich von Witten aus um den Kemnader See, das sind auch ca. 30km. Auf jeden Fall, kanns am Training nicht liegen, wenn Hamburg nicht klappt. Ich habe aber keine Bedenken, das da was schief läuft.

Zu guter Letzt noch ein Update von meinem Abnehmprojekt: An der Zielmarke vom 1. Mai bin ich mit 77,2kg knapp vorbei geschrammt. In der letzten Woche ist es dann doch wieder etwas mehr geworden, da ich bei einer auswärtigen Schulung exzellent Verpflegt worden bin. Also: Auf zum zweiten Teil des Projekts 72 bis Oktober müssen noch 5kg runter.


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Type: Run – General
Duration: 2:54:10
Distance: 30.15 km

Läufer auf der Theodor-Heus-Brücke

Meine heutige Laufstrecke gehört zu meinen absoluten Lieblingsstrecken. Nicht nur, dass es kaum nennenswerte Steigungen gibt, sondern man passiert entlang des Weges einige Sehenswürdigkeiten. Da die Strecke durch die Stadt führt, hat man auch häufig Begleitung durch anderen Läufer.
Die Strecke liegt nicht ganz an meinem Wohnort, deshalb ist die Möglichkeit das Auto zu parken auch ganz wichtig. Hier gibt es mehrere Alternativen. Ich bevorzuge den Platz am Schwimmbad Maaraue in Mainz-Kostheim. Denkbar ist aber auch das Auto am Biebricher Schloss (geht nur Sonntags ganz früh) oder unter der Schiersteiner Brücke abzustellen.
Die Strecke sollte diesen Sonntag laut Trainingsplan 28km betragen. Für kürzere Streckenlängen lassen sich zwischen Mainz und Wiesbaden auch diverse interessante Streckenvarianten finden. Nach dem Start auf dem Parkplatz laufe ich zunächst nach Westen um den Campingplatz zu umrunden und am Rheinufer Richtung Schwimmbad zu laufen. Das Schwimmbad hatte heute, trotz der zu erwartenden tropischen Temperaturen leider nicht geöffnet, ist aber im Sommer der ideale Platz um nach den Läufen zu entspannen.
Nach ca. 3 Kilometern verlasse ich die Maaraue und laufe am Kostheimer Mainufer zur Brücke nach Ginsheim-Gustavsburg, die ich dann auch überquere.
Hinter der Brücke geht es gleich rechts ab zu Mainspitze. Bei Kilometer 5 überquere ich den Rhein auf der Mainzer Südbrücke. Die Südbrücke ist eine Eisenbahnbrücke mit nebenliegendem Fuß- und Radweg. Anfang letzten Jahres wurde dieser Fuß- und Radweg nach längeren Bauarbeiten wiedereröffnet. Er war vorher so schmal, dass sich kaum zwei Fußgänger begegnen konnten. Dies wurde jetzt korrigiert.

Mainzer "Skyline" von der Südbrücke aus gesehen

Am anderen Ende der Brücke komme ich zum Mainzer Winterhafen. Je nach Jahres- und Tageszeit wird die Uferwiese als Grillplatz genutzt. Ich war allerdings zu früher Morgenstunde unterwegs und die Wiese war leer.
Über die Brücke am Winterhafen führt mich mein Weg am Fort Malakoff vorbei zur Rheingoldhalle und dem Mainzer Rathaus. Im Frühjahr wird die Uferpromenade für die Meenzer Mess genutzt, einem Volksfest mit Riesenrad und Autoscooter.
Ich wechsele über die Theodor-Heuss-Brücke wieder die Rheinseite und komme an der Kasteler-Reduit vorbei. Ich laufe weiter Richtung Westen und unterquere die Mainzer Nordbrücke, die ich auf dem Rückweg benutzen werde, weiter nach Amöneburg. Dieser Teil der Strecke ist allerdings nicht sehr ansehnlich, da er am Zementwerk der Firma Dyckerhoff vorbei führt. Außdem passiere ich die Chemieanlagen des Industrieparks Kahle-Albert, bevor ich an der Biebricher Rheinpromenade am Biebricher Schloss vorbeilaufe.

Schloss Biebrich

Wenige Meter später passiert man das Haus, in dem der Komponist Richard Wagner 1862 die Oper Meistersinger schuf. Die Schritte führen mich zur Schiersteiner Brücke, die letzte Rheinüberquerung für Autos bis Koblenz, um anschließend den Schiersteiner Hafen zu umrunden. Am Wendepunkt habe ich bereits mehr als die Hälfte der Strecke absolviert und mache mich unter den Bäumen der Hafenpromenade des Schiersteiner Hafens auf den Rückweg.

Hafenpromenade am Schiersteiner Hafen

Die Mainzer Nordbrücke oder auch Kaiserbrücke genannt erreiche ich bei Kilometer 22. Hier bleibt eine kleine Pause, da der Brückenaufgang keine Rampe, sondern Treppen hat und man doch einigermaßen außer Puste kommt diese im Laufschritt zu nehmen. Am anderen Ende der Brücke komme ich in den Mainzer Industriehafen, den ich an der Rheinalle umrunde, bevor ich wieder ans Rheinufer komme. Ich überquere den Rheinn ein letztes mal über die Theodor-Heuss-Brücke Richtung Kastel und bin nach 28km wieder auf dem Parkplatz. Kleine Verlängerungen den Strecke sind durch zusätzliche Runden auf der Maaraue immer drin.